2010 - HP Velotechnik Streetmachine Gte

 

Manchmal tut man einfach besser daran, Liebgewordenes nicht gleich bei der erstbesten Gelegenheit abzustossen und wegzugeben, nur weil einem im Moment der Sinn nach etwas anderem steht. Eigentlich spricht ja nichts gegen ein zeitweises Pausieren auf einem Abstellgleis, solange bis man sich seiner langfristigen Absichten wirklich sicher ist. Das soll jetzt keine pseudophilosophische Abhandlung werden, sondern lediglich meine Befindlichkeiten bezüglich meines ersten Liegerades und dem leider allzu spontanen Verkauf desselben darlegen. Dass ich seit einiger Zeit diesen Deal - den Verkauf meiner SMGT und die damit ermöglichte Anschaffung des Scorpion - ein wenig bereute, habe ich schon ein paar Mal geschrieben. Und beinahe hätte ich denselben Fehler im Herbst 2009 nochmals gemacht (ich beabsichtigte doch tatsächlich, mich von meinem Trike zu trennen), um mit dem Verkaufserlös wieder eine Streetmachine anzuschaffen. Zum guten Glück war ich dann doch nicht so von allen guten Geistern verlassen und da nun gegen Ende des Jahres noch etwas Flüssiges übrig geblieben ist, hatte mein Velohändler wieder mal Grund zur Freude. Ich natürlich auch. In Kürze - also je nach momentaner Lieferfrist bei HP Velotechnik - gibt's hier von einer neuen Streetmachine zu berichten...

...und die Lieferfristen sind bei HP Velotechnik im Winter anscheinend recht kurz, denn drei Wochen nach der Bestellung war das Rad vor Ort beim Händler. Zwei frühlingshafte Tage - vom starken Wind mal abgesehen - waren mir beschert und so konnte ich schon mal auf zwei Touren einen ersten Eindruck gewinnen. Wobei das eher ein Auffrischen war, schliesslich bin ich mit der alten SMGT um die 8000 Kilometer gefahren und so war es eher wie ein Nachhause kommen. Nach all den Erfahrungen der letzten Jahre war ich natürlich neugierig darauf, wie ich denn nun zur Streetmachine stünde - doch siehe da, es war von Anfang an alles gut. Ich hatte das Rad mit Kettenschaltung, mechanischen Scheibenbremsen und härteren Federn geordert und erstmal auf Gepäckträger, Schutzbleche und Beleuchtung verzichtet. Dementsprechend leicht ist die SMGTE und zusammen mit den Kojak-Slicks rollt es leicht und durchaus flott über den Asphalt. Die Behäbigkeit meiner alten SMGT ist somit erstmal nicht zu spüren. Zudem ist das Rad viel laufruhiger, als ich es noch Erinnerung hatte.

Jetzt fehlen nur noch die warmen Tage...

Tja...Nostalgie und Sentiment. 2011 hat das Rad Schutzbleche, Gepäckträger und Tourenreifen bekommen, es hat mich auf der Septemberreise begleitet und durfte endlich seinen natürlichen Lebensraum geniessen. Ich mag das Rad.