2005 - Optima Baron

Gefahren von August 2005 bis September 2008.

 

Nachdem die Speedmachine mit Schutzblechen und Gepäckträger zum Alltags- und Reiserad hochgerüstet und dadurch etwas schwerer wurde, steht erneut latent der Wunsch nach einem leichteren Renner im Raum. Zwar spiele ich nicht ernsthaft mit dem Gedanken, jetzt nochmals ein drittes neues Rad anzuschaffen, aber ich liebäugle trotzdem mit den üblichen Verdächtigen - dem Toxy ZR, den schnellen Bikes von Challenge und Optima, etc.

In meinem Bekanntenkreis gibt es im Frühsommer 2005 leider einen tragischen Schicksalsschlag, und daraufhin wird für einen türkisfarbenen Optima Baron ein neuer Unterschlupf gesucht. Ich bekomme das Rad angeboten und es passt haargenau zu meinen oben geschilderten Luftschlössern. Das Rad ist aus zweiter Hand, und wie es der Zufall eben will, hab ich genau dieses Bike schon mal im (fast) Neuzustand mit dem Erstbesitzer erlebt. Das war auf dem ersten Bikefreaks-Treffen am Edersee 2002 und ich konnte mir damals beim besten Willen nicht vorstellen, jemals so eine Art Fahrrad zu fahren. Und jetzt soll genau dieser Optima Baron in meinen Besitz übergehen. Kaum zu glauben.

Nun war die Aufgabenteilung in meinem Fuhrpark eigentlich klar aufgeteilt: der Baron für die Schönwetterfahrten, die Speedmachine für die Reisen und den Alltag, nur die Streetmachine GT wurde immer mehr an den Rand gedrängt und irgendwie überflüssig - das ist aber eine andere Geschichte...

Die Fahreigenschaften des Rades sind sehr gut, ruhiger Geradeauslauf, ruhiges Fahrverhalten bei höherem Tempo. Etwas rappelig ist die Kettenführung - hier klappert's schon ab und zu mal. Der Rahmen ist sehr ästhetisch und der Baron ist mit Abstand mein bisher schönstes Rad.

Der Carbonsitz passt mir wie angegossen und die Sitzposition ist komfortabel. Der Baron verfügt über keinerlei Federung. Das macht sich zwar nicht im Fahrkomfort bemerkbar, allerdings zwingt es zu angepasster Fahrweise, wenn der Untergrund uneben ist - hier hat die vollgefederte Speedmachine einfach mehr Bodenhaftung. Obwohl mit dem Baron höhere Tempi möglich sind, war ich gerade deswegen mit der Speedmachine oft schneller.

Der Tiller-Lenker ist ein Thema für sich. Eigentlich eine interessante Art ein Rad zu lenken, vergleichbar mit einer Ruderpinne. Leicht und sensibel lassen sich hier Kurven nehmen. Allerdings empfinde ich den Tiller-Lenker auf längeren Touren als unkomfortabel, da er immer zur selben abgewinkelten Armhaltung nötigt. Auch das Aufsteigen ist eher ein Einfädeln und will bei einer Tour nicht dauernd wiederholt werden. Wenn ich das Rad nicht verkauft hätte, wäre eine Umrüstung auf einen UDK-Lenker wie bei der Speedmachine wohl angestanden.

Als ich zu Beginn der Saison 2008 oft nicht weiss, ob ich nun lieber mit der Speedmachine oder mit dem Baron unterwegs bin, kommt langsam der Gedanke auf, eines der beiden Räder zu verkaufen. Und da die Speedmachine vielfältiger eingesetzt werden kann und irgendwie halt schon mein erklärter Liebling ist...nun ja...so soll eben der Baron veräussert werden. Allerdings bin ich nach einigem Hin und Her dann doch erst im September dazu bereit, mich wirklich von diesem Rad zu trennen, mit dem ich immerhin auch 2500 Kilometer gefahren bin.