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Nachdem die Speedmachine mit Schutzblechen und Gepäckträger
zum Alltags- und Reiserad hochgerüstet und dadurch etwas schwerer
wurde, steht erneut latent der Wunsch nach einem leichteren Renner im
Raum. Zwar spiele ich nicht ernsthaft mit dem Gedanken, jetzt nochmals
ein drittes neues Rad anzuschaffen, aber ich liebäugle trotzdem mit
den üblichen Verdächtigen - dem
Toxy ZR, den schnellen Bikes von Challenge
und Optima,
etc.
In meinem Bekanntenkreis gibt es im Frühsommer 2005 leider einen
tragischen Schicksalsschlag, und daraufhin wird für einen türkisfarbenen
Optima Baron ein neuer Unterschlupf gesucht. Ich bekomme das Rad angeboten
und es passt haargenau zu meinen oben geschilderten Luftschlössern.
Das Rad ist aus zweiter Hand, und wie es der Zufall eben will, hab ich
genau dieses Bike schon mal im (fast) Neuzustand mit dem Erstbesitzer
erlebt. Das war auf dem ersten Bikefreaks-Treffen
am Edersee
2002 und ich konnte mir damals beim besten Willen nicht vorstellen,
jemals so eine Art Fahrrad zu fahren. Und jetzt soll genau dieser Optima
Baron in meinen Besitz übergehen. Kaum zu glauben.
Nun war die Aufgabenteilung in meinem Fuhrpark eigentlich klar aufgeteilt:
der Baron für die Schönwetterfahrten, die Speedmachine für
die Reisen und den Alltag, nur die Streetmachine GT wurde immer mehr an
den Rand gedrängt und irgendwie überflüssig - das ist aber
eine andere Geschichte...
Die Fahreigenschaften des Rades sind sehr gut, ruhiger Geradeauslauf,
ruhiges Fahrverhalten bei höherem Tempo. Etwas rappelig ist die Kettenführung
- hier klappert's schon ab und zu mal. Der Rahmen ist sehr ästhetisch
und der Baron ist mit Abstand mein bisher schönstes Rad.
Der Carbonsitz passt mir wie angegossen und die Sitzposition ist komfortabel.
Der Baron verfügt über keinerlei Federung. Das macht sich zwar
nicht im Fahrkomfort bemerkbar, allerdings zwingt es zu angepasster Fahrweise,
wenn der Untergrund uneben ist - hier hat die vollgefederte Speedmachine
einfach mehr Bodenhaftung. Obwohl mit dem Baron höhere Tempi möglich
sind, war ich gerade deswegen mit der Speedmachine oft schneller.
Der Tiller-Lenker ist ein Thema für sich. Eigentlich eine interessante
Art ein Rad zu lenken, vergleichbar mit einer Ruderpinne. Leicht und sensibel
lassen sich hier Kurven nehmen. Allerdings empfinde ich den Tiller-Lenker
auf längeren Touren als unkomfortabel, da er immer zur selben abgewinkelten
Armhaltung nötigt. Auch das Aufsteigen ist eher ein Einfädeln
und will bei einer Tour nicht dauernd wiederholt werden. Wenn ich das
Rad nicht verkauft hätte, wäre eine Umrüstung auf einen
UDK-Lenker wie bei der Speedmachine wohl angestanden.
Als ich zu Beginn der Saison 2008 oft nicht weiss, ob ich nun lieber mit
der Speedmachine oder mit dem Baron unterwegs bin, kommt langsam der Gedanke
auf, eines der beiden Räder zu verkaufen. Und da die Speedmachine
vielfältiger eingesetzt werden kann und irgendwie halt schon mein
erklärter Liebling ist...nun ja...so soll eben der Baron veräussert
werden. Allerdings bin ich nach einigem Hin und Her dann doch erst im
September dazu bereit, mich wirklich von diesem Rad zu trennen, mit dem
ich immerhin auch 2500 Kilometer gefahren bin.
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