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Wenn ich ehrlich bin, habe ich es schon ein bisschen bereut, meine Streetmachine
GT für den Scorpion her gegeben zu haben. Nicht wegen dem Scorpion,
denn dieses Rad möchte ich wirklich nicht missen, sondern wegen der
relaxten Sitzposition, bei der die Hände einfach nur unten auf den
Lenker aufgelegt werden. Während der beiden Radreisen 2008 fand ich
es etwas lästig, die Hände nach vorne auf den UDK-Lenker der
Speedmachine zu strecken. Besonders wenn ich schon längere Zeit am
Stück unterwegs war, empfand ich das nicht mehr als optimal entspannend.
Wobei das natürlich wirklich Jammern auf hohem Niveau ist, denn die
Speedmachine ist wirklich auch ein komfortables Rad. Vielleicht war's
auch nur ein vorgeschobener Grund, um das Loch zu stopfen, das der Verkauf
der SMGT gerissen hat.
So ging die Entscheidung über den Verkauf des Barons Hand in Hand
mit der Idee einer Neuanschaffung eines untengelenkten Liegerades. Auch
mit dem Flux ging ich durch eine längere Annäherungsphase: als
ich 2004 die Streetmachine GT holte, gefiel mir dieses Rad mit den beiden
20" Rädern überhaupt nicht. Im Laufe der Jahre bin ich
aber ab und an mal einem Fluxfahrer begegnet und irgendwann fand ich das
Rad dann doch auch optisch sehr ansprechend. Die positiven Beiträge
der Fluxfahrer in den Foren trugen zusätzlich dazu bei, mich für
dieses Rad zu entscheiden. Und zudem wollte ich auch wieder mal den Hersteller
wechseln, denn inzwischen bin ich drei Räder von HP Velotechnik gefahren
- und jetzt bin ich einfach auch mal neugierig auf das Produkt einer anderen
Firma.
Bestellt hab ich das Rad in schwarz mit Kettenschaltung und mechanischen
Scheibenbremsen - eine Standard-Lichtanlage mit Seitenläuferdynamo
ist nachträglich montiert worden. Da ich bisher bei allen Liegerädern
das kleinste Kettenblatt gegen ein noch kleineres ausgetauscht hatte,
weil ich leichte, Knie entlastende Berggänge benötige, wurde
das Flux von vornherein darauf abgestimmt. Jetzt stehen mir ultraleichte
Gänge zur Verfügung, die bergauf keinen Wunsch mehr offen lassen,
allerdings geht das etwas zu Lasten der schnellen schweren Gänge.
So bleibt das Flux vorerst mal ein Reiserad ohne grosse sportliche Ambitionen
- und genau dafür hab ich es mir ja auch gekauft.
Die Verarbeitung des Rades ist sehr gut und auch sehr schön - besonders
der Buchenholzsitz hat's mir angetan.
Das Fahrverhalten war anfänglich um einiges nervöser, als ich
es von der Speedmachine her kenne. Liegt entweder an der indirekten Lenkung
oder auch an den beiden kleinen Rädern. Ausserdem ist die Vordergabel
recht weich und neigt dazu, in kleinen Gängen zu wippen. Auch war
das optimale Verhältnis von Sitzposition zu Lenker nicht schnell
zu finden.
Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe (Juli 2009), zeigt der Tacho des Rades
um die 1100 Kilometer an und mittlerweile läuft es gut mit dem Flux
und mir. Diesmal hab ich wirklich lange gebraucht, um mich mit dem Rad
anzufreunden. Besonders die Einstellung von Lenker und Sitzneigung ging
nicht so spontan vonstatten, wie ich es von anderen Rädern her gewohnt
war. Doch irgendwann war die optimale Einstellung gefunden und jetzt passt
es. An das ursprünglich als nervös empfundene Fahrverhalten
hab ich mich auch längst gewöhnt bzw. ich nehme es gar nicht
mehr wahr. Positiv fällt mir auf, dass der Sitz sehr gut zu meinem
Rücken passt und an der richtigen Stelle unterstützend wirkt.
Und jetzt werden wir mal sehen, wie sich das Rad auf Reisen bewährt...
September 2009. Und auf Reisen bewährt sich das Rad sehr gut! Mittlerweile
stimmt alles und ich bin sehr gern mit dem schwarzen Flux unterwegs. Gleichwohl
verbleibt ein Rest Wehmut wenn ich an meine verflossene Streetmachine
GT denke. Nicht weil sie besser wäre als das Flux, sondern weil es
einfach mein erstes Liegerad war.
November 2009. Kilometerstand 1830. Cooles Bike, mehr sag ich nicht...
An dieser Wahrnehmung hat sich auch im Herbst 2011 nichts geändert.
Prima Reisesänfte, das schwarze Ross.
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