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1. März 2009
Frühlingsanfang. Anders kann man dazu nicht sagen. Endlich. Wie sonst soll man das freudige Ereignis feiern als mit zwei Velotouren? Genau! Gesagt getan. Dabei allerlei Federvieh gesehen: einen Schwarzstorch, mehrere Weissstörche, einen Silberreiher, einige Kiebitze und eine Schafstelze. Ansonsten blüht der Mensch einfach genauso auf wie die Schneeglöckchen am Waldesrand, wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen.



Die Speedmachine ist einfach ein schönes Bike, kann man sagen was man will! Das Foto stammt von hier.


18. Januar 2009
Man sieht schon: ich brauche wieder Farbe! Nichts gegen schwarz/weiss! Manchmal neigt der Mensch einfach dazu, alles polarisiert zu sehen, das ist OK. Aber jetzt ist wieder Farbe angesagt. Ausserdem will ich Frühling! Das sagt doch schon alles, oder nicht? Und wenn ich schon keinen Einfluss auf die Zeitläufte nehmen kann und geduldig abwarten muss, bis es in acht oder zwölf Wochen endlich soweit ist, so will ich zumindest mein Umfeld etwas farbiger gestalten. Ausserdem, alter Landstreicher der ich bin, träume ich schon wieder von blauen Weiten und so weiter und so fort.

Letzthin hab ich eine Website mit Luftfotos meiner Heimat, dem Oberpfälzer Wald, gefunden. Eine Kostprobe gibt es weiter unten. Und die Website kann man hier besuchen. Dort kann man übrigens auch schön Urlaub machen - und nicht nur Radfahren!

 




14. Januar 2009
Es ist das Loch. Das Januarloch. Alle reden drüber, aber keiner tut was dagegen! In den Zeitungen geben sie uns Tipps, wie man damit fertig wird und mir fällt auch nicht gross was dazu ein. Die Räder schlummern im Keller und waren auf wärmere Temperaturen und freie Wege.

Und während ich zur Zeit so gar nicht kreativ bin, tut sich in meinem Umfeld dagegen was: mein Freund und musikalischer Begleiter Gordon hat eine neue Website und ein neue musikalische Identität auf den Weg geschickt.

Hier
kann man vorbeisurfen.







15. Dezember 2008
Heute hab ich mir völlig nüchtern und bei klarem Kopfe, absolut total bewusst und in jeder Hinsicht absichtlich die neue CD von Chris de Burgh gekauft! Jetzt hat das weihnachtliche Konsumbombardemong also auch mich ausgehölt und zermürbt, denn anders kann ich's mir nicht erklären. Lockstoff war die Songliste - der Barde nimmt sich auf diesem Album diverser Beatlessongs an und interpretiert auch gewisse Lieblingssongs meinerseits, zB. All along the watchtower und American pie - und da wird unsereins dann halt doch neugierig. Ich behaupte ja nicht, dass er's nicht könne und dass es nicht perfekt wäre, aber ich find's ein bisserl langweilig, besonders wenn ich an frühere Zeiten denke, an Alben wie Eastern Wind oder Crusader. Krissdebörg ist dann halt doch nicht Brian Ferry.


Da lobt man sich einfach Sven Regener.



Den kann man einfach irgendwie immer ernst nehmen. Der schreibt unspektakulär gute Romane und das was er mit Element of Crime abliefert, ist definitiv auch Musik für die sprichwörtliche einsame Insel.


8. Dezember 2008
Ich habe beschlossen, die Rubrik "News" mit dem Logbuch hier zusammen zu legen. Meistens hab ich meine Neuigkeiten sowieso auch hier im Logbuch Kund getan. Und so tue ich jetzt auch Kund, dass ich meine Musikseite neu überarbeitet und drei neue Songs zum Download bereitgestellt habe. Wer das mag, der klicke hier.


6. Dezember 2008
Verfluxt! Ich weiss, es könnte schlimmer sein: ein Schneesturm...meterhohe Schneewehen...vereiste Strassen...schliesslich haben wir ja Dezember. Und deswegen will ich mich ja gar nicht gross darüber beschweren, dass ich das funkelnagelneue Flux auf der ersten Fahrt im Platzregen die 35 Kilometer von Haso bis nach Hause gefahren bin. Immerhin gibt das so gesunde rote Wangen. Zwischen meinen Flüchen hatte ich immerhin auch noch Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, ob das alles nun ein schlechtes Omen für die "Beziehung" zwschen dem neuen Rad und mir ist. Zuerst diese lange Wartezeit und verzögerte Auslieferung und dann auch noch dieses Sauwetter...wie dem auch sei: die erste Fahrt hat trotz allem Spass gemacht. Ist ein schönes Rad, mein schwarzes Ross. Ich werde es Fury taufen!




26. November 2008



Von Wegen! Schön wär's ja! Aber das ist das Rad eines Fluxfahrers, der meine "Leidensgeschichte" mitverfolgt und der mir dieses Bild zur Erbauung gesandt hat (Danke Thomas ;-) ). Was soll's, ich warte jetzt nun schon fast zwei Monate auf das Rad und draussen ist eh mehr oder minder der Winter eingekehrt und bis zur nächsten Radreise wird das Flux schon da sein. Ich lebe immer noch meine private Beatlemania aus, indem ich mich grad der Bücher von Geoff Emerick und George Martin widme, die beide als Toningenieur bzw. Produzent massgeblich für den Beatlessound verantwortlich waren. Natürlich läuft auch noch anderes, zum Beispiel im Augenblick des Tippens dieser Zeilen die CD "Surf-N-Burn" von den Blue Stingrays. Cooles Zeugs, kann ich nur sagen! Ich weiss, sowas muss man mögen. Ich mag's...






6. November 2008
Mist! Immer noch kein Flux in Sicht! Das schrob ich schon vor einer Woche! Was tun? Trübsal blasen? Wäre eine Möglichkeit. Eine. Eine andere: sich der Beatlemania hingeben! Jawohl! Ist ja nun nicht so, dass ich zuhause dauernd Beatles hören würde. Hab mir aber neulich - man gönnt sich ja sonst nichts - eine ausgiebige Doku über die Fab Four geleistet und jetzt weiss ich auf einmal wieder, warum ich singen und Gitarre lernen wollte...ab und zu vergisst man das schon mal. Ach Gottchen...der Soundtrack meiner Jugend! Es ist nicht schlechter geworden mit den Jahren, im Gegenteil. Will hier nicht gross über die heutige Musikszene und die Qualität der heute produzierten Musik wettern (da spielt natürlich auch der Generationskonflikt mit hinein), jedoch höre man sich beispielsweise Eleanor Rigby, While my guitar gently weeps, Things we said today, Ticket to ride und dergleichen an und/oder das progressive Spätwerk und...naja...da weiss man plötzlich wieder, wo der Hammer hängt und der Bartl den Most holt...oder so. Und wer, bitte, verbreitet heutzutage noch soviel positives Lebensgefühl mit genau dem Quentchen Melancholie? Eben! Mein absolutes Lieblingsalbum ist immer noch das weisse Doppelalbum mit all seiner Vielfältigkeit und den Schrullen...

Lady Madonna, children at your feet
Wonder how you manage to make ends meet
Who find the money when you pay the rent
Did you think that money was heaven sent

Friday night arrives without a suitcase
Sunday morning creeping like a nun
Monday's child has learned to tie his bootlegs
See how they run

Lady Madonna, baby at your breast
Wonders how you manage to feed the rest
Pa pa pa pa...
See how they run

Lady Madonna lying on the bed
Listen to the music playing in your head

Tuesday afternoon is never ending
Wednesday morning papers didn't come
Thursday night you stocking needed mending
See how they run





30. Oktober 2008
Mist! Immer noch kein Flux in Sicht! Immerhin weiss ich warum (Lieferengpass bei der Vorderradgabel) und wie lange ich noch warten muss (10 - 14 Tage). Also: keine Panik! Ausserdem gab's heute eh den ersten Wintereinbruch und da denkt man dann plötzlich nur mehr daran, wie schön es doch eigentlich ist, als erster seine Stiefel in eine jungfräuliche Schneedecke zu setzen - frühmorgens um 6:15 auf dem Weg ins Büro...

Und sonst? Genau die Jahreszeit, um sich die Zeit mit Reiseberichten zu vertreiben! Ganz besonders zu empfehlen natürlich Michael Palins Dokumentationen, egal ob als Lektüre oder Film oder via Besuch seiner Website. Nachdem ich seine anderen Reisedokus schon in und auswändig kenne, hab ich jetzt endlich die New Europe käuflich erworben.

Bitte Michael, tu uns den Gefallen und mach noch ein paar so schöne Reisen!






12. Oktober 2008
Ist irgendwie schon der Wahnsinn. Draussen ideales Velowetter und ich warte auf mein Flux! Meine beiden anderen Bikes sind eifersüchtig und reagieren beleidigt: letztes Wochenende hab ich mit der Speedmachine einen Platten gefahren und heute mit dem Scorpion. Tststs...so richtige Diven sind sie, meine Räder! Dabei werden sie doch nicht ausgemustert, sondern bekommen lediglich neuen Familienzuwachs...

Ansonsten bin ich zur Zeit wieder mal im Jacques Tati-Fieber und tu mir dann (per Video) so Sachen wie "Die Ferien des Monsieur Hulot", "Mon Oncle" oder "Jour de Fête" an. Das Problem ist einfach, dass Tatis Filme so Appetit auf Frankreich im allgemeinen und die Bretagne (im Falle von "Die Ferien des Monsieur Hulot) im besonderen machen! Tja...wie soll ich sagen...man kann nicht überall gleichzeitig sein...äh... *hüstel*
Gibt's da draussen eigentlich ausser mir noch andere Jacques Tati-Fans?



Was noch? Jaaaaa...die Musik! Udo war bisher nicht so mein Fall, aber seit ich durch Zufall auf seine neue Scheibe aufmerksam gemacht wurde, dreht sich dieses Ding doch tatsächlich sehr oft auf oder in meinem CD-Player. Man möcht's nicht glauben! Aber...echt...schönes reifes Werk! Manchmal tut's einfach gut, dass die Altvorderen noch solche Arbeit abliefern! Ich meine: angesichts des Schwachsinns, der einem sonst so ins Hirn geschraubt wird...




6. Oktober 2008
Wie vertreibt man sich denn nun die Zeit, wenn man eigentlich auf ein neues Velo wartet? Genau! Man ruft sich ins Gedächnis, dass man ja auch noch zwei andere Räder hat, mit denen das Tourenfahren Spass macht und geniesst das schöne Herbstwetter! So geschehen letztes Wochenende. Wer's noch nicht weiss: nördlich des Zürichsees gibt es einen kleineren See, den Greifensee. Und dort kann man prima wandern, radeln, die Natur geniessen und sich über rund ein Dutzend Störche freuen, die überhaupt nicht in den Süden fliegen wollen...


18. September 2008

Hilfe! Was für eine Aufregung! Nicht nur ist der neue Reisebericht meiner Augustreise online...nein...auch in meinem Fuhrpark wird es bald eine Veränderung geben. Werde mir ein rabenschwarzes Flux S800 gönnen. Ein klassischer unten gelenkter Reiselieger muss wieder her. Mehr dazu auf der Velomania-Seite.

13. September 2008
Bin wieder im Lande! Schon seit fast zwei Wochen. Das ist das Dumme an der Ferienzeit: sie vergeht genauso schnell wie der Alltag, wenn nicht sogar noch schneller. Ist ja alles relativ, das wissen wir seit Einstein. Mein Reisebericht ist in Arbeit und wird in Kürze auf der Website zu lesen sein. Mehr verrate ich noch nicht. Allerdings verrate ich gerne die Adresse eine witzigen Website:

The Teddy Files. Mark Sukhija, einer meiner Bekannten, berichtet dort von den Erlebnissen seines Alter Egos. Lesens- und sehens- und schmunzelnswert!

Uns sonst? Ach ja, eigentlich ganz wichtig: ich verkaufe meinen Optima Baron. Wer Interesse an einem schnellen Tieflieger hat, der kann sich gerne bei mir melden. Details dazu findet ihr hier.




15. August 2008
Ist ja eigentlich schon immer wieder eine besondere Zeit, die letzten Tage bis zum Beginn einer Reise. Zuhause stapeln sich die Ausrüstungsgegenstände, das Fahrrad wird nochmals durchgecheckt, die Wettervorhersagen argwöhnisch verfolgt und so weiter und so fort. Und ausgerechnet heute regnet es draussen wieder mal in Strömen. Mein Zug geht in zwei Stunden und ich werde wohl gleich zu Beginn die Regenmontur benötigen, um halbwegs trocken am Bahnhof anzukommen. Wie oft hab ich das nun schon so erlebt? Nun, sei's drum...so ist das eben... Lieber noch kurz einen Themawechsel: kann zur Zeit zwei schöne Alben empfehlen:

Raising Sand - Robert Plant & Alison Kraus. Country-Folk-Rock'n'Roll vom Led Zep-Sänger und der Country-Chanteuse. Schöner Zusammenklang der beiden Stimmen.

First Underground Nuclear Kitchen - Glenn Hughes. Funk & Rock vom ehemaligen Deep Purple-Mitglied.





13. Juli 2008
Und schon sind wir wieder in der zweiten Jahreshälfte. So schnell geht das. Kaum gewöhnt man sich daran, dass man abends nach Feierabend noch die ein oder andere Velotour unternehmen kann, schon werden die Tage wieder kürzer. Allmählich und unmerklich obzwar, aber trotzdem. Bin zur Zeit in einer Zwischenphase: die grosse Radreise abgeschlossen und eine weitere in Vorbereitung. Ende August ziehe ich nochmals los, alleine mit der Speedmachine. Wieder wird Deutschland der Austragungsort sein, wieder starte ich eher im Norden des Landes.

Und sonst war mir wieder mal nach einem Tapetenwechsel zu Mute. Die Website musste wieder mal in einem anderen Gewand erscheinen. Schwarz/weiss und nüchtern ist es diesmal. Warum eigentlich? Keine Ahnung...fiel mir einfach so ein...


7. Juni 2008
Und jetzt ist er online, der Bericht unserer Mega-Reise von Flensburg nach Friedrichshafen...nachzulesen hier.



30. Mai 2008
Begegnungen sind es doch, die unserem Leben Farbe und Würze geben! Begegnungen mit den Mitgeschöpfen, mit denen wir diesen Planeten teilen. Wenn man Deutschland von Nord nach Süd durchquert, von der Ostsee zum Bodensee, von Flensburg nach Friedrichshafen, wie wir es in den vergangenen Wochen getan haben, dann kann es durchaus passieren, dass man Schönheiten wie dieser Ringelnatter von Angesicht zu Angesicht gegenüber steht. Beziehungsweise gegenüber liegt, wie ich es getan habe. Geduldig hat sie sich fotografieren lassen. Vielleicht hat sie geahnt, dass ich Schlangen schon immer mochte und ihr nie was zuleide tun würde? Ein Reisebericht ist in Arbeit...wer diesen lesen möchte, der mag in ein paar Wochen mal auf meiner Seite stöbern...




29.April 2008
Ich bin dann mal weg. Oder so. Siehe Bild. Sieht es nicht schön aus, mein bepacktes Ross? Speedy freut sich auf die Tour...seht nur, wie es mit den Hufen scharrt! Wiii haaa haaaa..... ;-)







24. März 2008
Was wäre ein Osterfest ohne obligatorischen Kurztripp zum Bodensee? Unserer "Tradition" entsprechend waren wir natürlich auch dieses Jahr dort unterwegs! Diesmal allerdings ohne Velos, dafür auf Schuster Rappen...war auch nicht schlecht! Einen Reisebericht in diesem Sinne gibt es keinen, dafür aber ein paar Fotos vom See...beim diesjährigen durchwachsenen Wetter wechselte der See fast stündlich sein Gesicht...

         
   



4. März 2008

Ich hab meine Malerei-Seite wieder mal neu gestaltet. Jetzt kann man Bilder aus verschiedenen Schaffensphasen begutachten.


22. Februar 2008
Länger nichts geschrieben, sehe ich gerade. Wird hiermit nachgeholt. Was gibt's Neues? Die Ausstellung fast vorbei - es kehrt wieder Ruhe ein. Natürlich nicht wirklich. Aber so ein bisschen schon. Frühling wird's, sagen die Amseln. Denn die tun schon wie verrückt, morgens wenn ich zur Arbeit gehe. Die Reiseplanung für diese Saison läuft auch schon auf Hochtouren - es wurden schon Zugtickets erstanden! Wohin sag ich noch nicht! Weil's mir grad danach ist und weil immer noch der Band mit Christian Morgensterns "Galgenliedern" vor mir auf dem Schreibtisch liegt, hier nochmals eine Probe seines..äh.."höheren Blödsinns":


Die Rehlein beten zur Nacht,
hab acht!

Halb neun!

Halb zehn!

Halb elf!

Halb zwölf!

Zwölf!

Die Rehlein beten zur Nacht,
hab acht!
Sie falten die kleinen Zehlein,
die Rehlein.




21. Januar 2008
Prima Sache eigentlich - wenn nur nicht dieser bittere Nachgeschmack auf der Zunge wäre...die Rede ist vom Wochenendwetter. Über 10 Grad plus. Selbstredend habe ich die Sonne auf dem Velo genossen und meine Runden gedreht. So gesehen hat der Klimawandeln auch sein Gutes...aber eben nur so gesehen. Und sonst? Die Ausstellung steht vor der Tür, der Countdown läuft, bald ist es soweit...



2. Januar 2008
Wie sich das schreibt. 2008. Brauche wohl wieder ein Weilchen, bis ich mich daran gewöhnt habe. Fing gut an, das neue Jahr. Und das alte klang auch gut aus. WWW hiess für uns diesmal nicht "Wörld Weid Web" sondern "Wir waren wellnessen". Hat gut getan...thermalbadplantschenspazierengehentanzbeinschwingen...und so...und man möcht's nicht glauben, anderorts gibt's sogar Schnee. Wer ein empfehlenswertes Wellness-Ressort sucht, möge mal hier vorbei surfen.

Wünsche Euch ein frohes neues Jahr!!!



16. Dezember 2007
Darf man schon? Soll man schon? Sind ja noch ein paar Tage hin bis zum Weihnachtsfest und dem Jahreswechsel. Ich wünsche Euch allen aber trotzdem schon ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Möge das nächste Jahr ein frohes und friedvolles werden!

Hier noch was von Christian Morgenstern...hab ich grad wieder entdeckt:

Die Möwen sehen alle aus
als ob sie Emma hießen.
Sie tragen einen weißen Flaus
und sind mit Schrot zu schießen.

Ich schieße keine Möwe tot,
ich laß sie lieber leben -
und füttre sie mit Roggenbrot
und rötlichen Zibeben.

O Mensch, du wirst nie nebenbei
der Möwe Flug erreichen.
Wofern du Emma heißest, sei
zufrieden, ihr zu gleichen.



10. Dezember 2007
Es geht voran...es passiert was...
Das neue Keralasuite-Album 'Rasend langsam flog die Zeit' ist fertig. Die Songs kann man hier gratis downloaden. Gleichzeitig habe ich die Keralasuite-Site umgestaltet.

Und im Februar gibt es eine Aquarellausstellung. Wieder stelle ich meine Bilder in Zürich in der Galerie Frankengasse aus. Die Einladung dazu gibt es hier.




21. November 2007
Ein Tag mit Lindenblütentee und Honig auf dem Sofa. Man nennt das Erkältung. Ist natürlich doof, weil man ausser schlafen, lesen und das Fernsehangebot plündern nichts unternehmen kann.

Ausser Musik hören.
Zum Beispiel Neil Young.
Zum Beispiel das Album Rust never Sleeps.
Zum Beispiel den Song "Pocahontas":

...I wish a was a trapper
I would give thousand pelts
To sleep with pocahontas
And find out how she felt
In the mornin on the fields of green
In the homeland we've never seen...

Na...die Vorstellung, mit Pocahontas...äh...näher bekannt zu werden, wärmt einem natürlich schon auch ein bisschen das Herz...mögen die Viren dadurch vertrieben werden...



11. November 2007



Brrrrrr...Herbst. Draussen regnet und stürmt es. Heute jagt man wirklich keinen Hund aus dem Haus. Naja...den Hund, so man einen hält, natürlich schon. Muss ja Gassi gehen, so ein Tierchen. Aber ich, der ich mich mit Fug und Recht als stubenrein bezeichnen kann, setze heute keinen Fuss vor die Tür. Was aber tun? Genau: sich irgendwie inspirieren lassen und entweder dem letzten Sommer hinterher sinnen oder aber der kommenden warmen Jahreszeit entgegen fiebern. Oder vielleicht ein bisserl schmökern. Kurt Tucholsky passt da ganz gut. "Rheinsberg" zum Beispiel. Das ist kurzweiliges Amüsement.

Oder sich in einen Bildband über den amerikanischen Illustrator Norman Rockwell verlieren (siehe das Bild oben mit den vier Jungs).

Und dazu die neue Scheibe von Habib Koite "Afriki" hören...





28. Oktober 2007
Der Herbst. Zeit, um nach innen zu blicken? Die eigene Vergänglichkeit wahrnehmen? Den Sinn alles Seienden zu begreifen suchen? Bullshit! Hab grad ausnahmsweise mal Freude an der Jahreszeit! Ich mag sogar die Nebelstimmungen hier in Zürich (psst....nicht weitersagen...). Der Herbst aber vielleicht eine Zeit, um manch vergessenes Kleinod neu zu entdecken. So geschehen heute Nachmittag. Der Blick ist auf zwei seelenvolle Alben gefallen, die ich schon lange nicht mehr gehört habe, früher aber mal rauf und runter spielte:

1) Michelle Shocked "Short, sharp, shocked". Grossartige Singer/Songwriterin! Kantig, da wo's Ecken braucht, Wärme und Herzlichkeit da, wo Linderung Not tut.

2) Hothouse Flowers "People". Dublin & Soul - das passt einfach gut zusammen. Wissen wir ja seit Dexy's Midnight Runners, Simply Red und den Commitments. Die Hothouse Flowers reihen sich gut in diesen Reigen ein.


13. Oktober 2007
Ich hab ja schon immer gerne Karl May gelesen...Durch's wilde Kurdistan...Der Schatz im Silbersee und so weiter und so fort. In manch schwacher Stunde packt's mich auch heute noch und dann zieh ich mir Old Shurehand II oder Winnetous Erben 'rein. Schon tausend Mal gelesen, die ollen Schmöker (ich hab vor langen Jahren die kleine Leihbücherei in meinem Heimatort beerbt und fast das gesamte Werk Karl Mays überlassen bekommen, von vielen Händen und Augen total zerlesen und schon ziemlich in Auflösung begriffen). Und immer noch kann ich da eintauchen und untergehen. Und dabei geht's mir gar nicht gross um die Abenteuer der Protagonisten oder Mays ewige Moralpredigten - ich finde die Reisebeschreibungen als solches so faszinierend. Dieses Unterwegs-Sein und Vagabundieren. Ich hab natürlich keinen Rih oder Hatatitla, sondern reise mit meinen Drahteseln, aber irgendwie scheint die Grundessenz dieselbe zu sein. Und jetzt bin ich grad dabei, für mich etwas Neues zu entdecken: ich hab mir Wanderschuhe gekauft! Jawohl! Zum ersten Mal in meinem Leben! Auf Schusters Rappen möchte ich in Zukunft meine Sehnsuchtslandschaften entdecken. Zwar will ich das Radfahren auch weiterhin pflegen, aber ich möchte eine neue und/oder zusätzliche Herausforderung haben.

Ansonsten läuft bei mir grad, ganz heiss, im CD-Player:

1) The Allman Brothers Band "live at Fillmore East" (klasse Live-Mitschnitt des legendären Konzertes. Damals lebte Duane Allman noch)

2) James Blunt "All the lost souls". Schmuserocker, ich weiss. Ist aber trotzdem ganz gut. Weckt teilweise Assoziationen an den frühen Chris de Burgh.

3) Wolfmother. Ganz junge australische Band. Die Jungs klingen wie Led Zeppelin. Schön rauhes Zeugs. Mag sowas manchmal.


6. Oktober 2007
Es ist vollbracht! Der Reisebericht der Augustreise ist online. Das war jetzt eine schwere Geburt - ich hatte den ganzen September so gut wie keine Zeit dafür und hab's aber jetzt trotzdem irgendwie hingekriegt. War eine schöne fette und pralle Reise! Eine meiner interessantesten!

Nachzulesen ist das hier.

Und sonst? Velowetter! Mehr sag ich nicht...


7. September 2007

Wieder da. Vom Urlaub meine ich. Euch kann ich es ja sagen, gewissermassen im Vertrauen, oder so. Also: ich hatte eine megasackstarke Reise! Bin von Zürich aus in die Fränkische Schweiz und wieder zurück. Tausendeinhundert Kilometer mit der Speedmachine! Viel bergauf/bergab...mixed weather conditions...jedoch immer durch sehenswerte Landschaften. Wem von uns ist eigentlich bewusst, dass Deutschland ein so schönes Reiseland ist? Ernsthaft? Der Reisebericht ist jedenfalls in Arbeit. Aber zuerst war wieder mal eine optische Auffrischung der Website nötig. Das war zwar nicht vorderhand geplant und hatte auch nicht Prio 1, hat sich jedoch so ergeben bzw. nach einem Glas Wein konnte ich nicht anders, als hier mal wieder was Neues zu basteln.

Wer dagegen einen Hör- bzw. Musiktipp braucht, für den trage ich hier mal grad eine Handvoll Eulen nach Athen:

- Red Hot Chili Peppers (Californication)
- Alexandra (Zigeunerjunge)
- Billy Joel (Glasshouses)

Und noch was, ganz wichtig: hab auf der Reise einen jungen Globetrotter getroffen, der mit einem Liegeradtandem quer durch Afrika bis nach Kapstadt will. Wem so etwas interessiert und im Web verfolgen will, der klicke hier.

18. August 2007
So geht's manchmal: man kann es vor Ungeduld kaum erwarten, bis man endlich losziehen kann! Was sonst ausser der Ungeduld treibt mich jetzt um sechs Uhr morgens dazu, hier noch ein paar Zeilen zu schreiben? In zwei Stunden oder so breche ich zu meiner zweiten grösseren Radtour in diesem Jahr auf. Die Taschen sind gepackt, der Kaffee läuft durch die Kaffeemaschine, die Speedmachine steht frisch gewienert und geputzt bereit... Wo es mich hinzieht, verrate ich noch nicht. Wer trotzdem schon was lesen mag, der kann sich mit der Berichterstattung unserer Frankreichreise im Juli vergnügen.

26. Juni 2007
Bin im Crazy Horse Fieber! Hab mir zwei Live-Mitschnitte der Band um und mit Neil Young als DVD geleistet. Einmal eine Aufnahme aus den späten 70er Jahren und dann den Film "Year of the Horse", den Jim Jarmush gemacht hat. Uff...das ist für mich einfach die Quintessenz von Rock'n'Roll: aus dem Bauch heraus gespielt. Neil Young ist sowieso einer meiner ganz grossen Heroes. Sowohl als Songwriter als auch als Gitarrist.

Und sonst? Sommer, Sonne, Heiterkeit...eine Veloreise steht ins Haus...trara...


17. Mai 2007



Muss jetzt einfach nochmal was hinterher schicken bzw. schreiben. Wir kennen alle die grossen Welt- und Allbekannten, die Megaseller und Allseits-Beliebten, die uns über gute und schlechte Stunden hinweg helfen und deren Arbeit wir so lieben. Aber dann existieren auch noch diese Schattengestalten, die im Hintergrund das Fundament liefern, auf dem Erstgenannte überhaupt erst aufbauen können. Ich komme auf dieses Thema, weil ich grad eben zufälligerweise eine Aufnahme des Santana-Gigs während des Woodstock-Festivals gesehen habe. Und eigentlich ist Michael Shrieve, der damalige Schlagzeuger der Band, der heimliche Star dieser Formation. Hat jemand sein Schlagzeug-Solo mal bewusst gesehen? Wie dieser kaum 20-Jährige sich da die Seele aus dem Leib trommelt und so ganz in seinem Element ist? Es ist einfach unglaublich! Und hat mal jemand sein Spiel auf dem Santana-Album "Caravanserai" erforscht? (Dieses Album hätte auf einem Musik-Paket für die sprichwörtliche einsame Insel sowieso seinen festen Platz). Nun...das ist mein Wort, nicht zum Sonntag, sondern zum Christi Himmelfahrts-Tag. Es lebe die Musik!



15. Mai 2007


Tja...Edward Hopper. Bin gestern über einen Bildband von ihm gestolpert und wieder mal in diese Welt versunken. Wie lange mich der nun schon begleitet? Jahrzehnte! Und all die wunderbare Sehnsucht und Melancholie in seinen Arbeiten! Immerhin brauche ich mich heute nicht mehr an ihn anzulehnen und ihn zu kopieren versuchen, diese Zeiten sind zum guten Glück vorbei. Und John Irving. Der gehört auch mit dazu. Im Augenblick lese ich zum wiederholten Male "Witwe für ein Jahr". Und wer vervollständigt das Trio noch? Genau: Michael Palin! Wenn ich diesen Zeilen hier zu Ende geschrieben habe, werde ich mir per Video seine Reise um die Welt in 80 Tagen antun.

Was kann ich euch sonst noch sagen? Ach ja: Patty Smith's neues Album ("Twelfe") ist wirklich sehr schön!!!


27. April 2007
Uff...ein Monat ist seit meinem letzten Eintrag vergangen. Was ist passiert? Warum schreib ich nichts? Klar: Prioritäten! Logisch! Dreiradfahren und Musizieren. Um das geht's im Augenblick. Aber es gibt in bäldester Bälde den ersten kleinen Reisebericht zu lesen...man möge sich einstweilen einfach noch ein bisschen gedulden. Ansonsten sei den Freunden gehobenen Liedgutes zwei Neuveröffentlichungen ans Herz gelegt: Patty Smith's "Twelfe" und Brian Ferrys "Dylanesque"! Beide CDs laufen seit ein paar Tagen bei mir auf Dauerrotation...und: Luka Bloom "Salty Heaven"!

25. März 2007
Es ist da...das Orange! Und wie wir schon miteinander gefahren sind! Hach...






17. März 2007

ja...äh...wie sag ich's meinem Kinde...hab gestern die Streetmachine GT eingetauscht. Nach rund 8000 Km bzw. 3 Jahren. Die Streetmachine, die eigentlich nur mehr ein Schattendasein führte und in letzter Zeit nur immer dann noch Spass gemacht hat, solange ich meine schnelleren Räder noch nicht aus dem Stall liess. Jetzt war's aber irgendwie Zeit. Konsequenzen zu ziehen und so. Also gut: hab mir ein Trike gekauft! Also ein Dreirad. Einfach nochmal ein Vorstoss in eine andere Richtung. Ein Trike also. Und zwar das
Scorpion. Schluck. Eigentlich war ich ja irgendwie mit meinem Fuhrpark zufrieden (hab sogar vor kurzem noch steif und fest behauptet, dass ich keinen Dreiradbedarf ausmachen könnte), aber irgendwie schien da wieder mal seit langem ein unterbewusster Gärungsprozess abgeschlossen gewesen zu sein und jetzt war wohl die Zeit reif. Kurz und gut: ein Anruf beim Händler...ein nagelneues Scorpion war da...50 km Probefahrt (seufz)...Preis ausgehandelt...Handschlag...und nächsten Samstag bekomme ich das Rad! Die Farben meines Fuhrparks verändern sich. Das dunkle Blau geht. Die neuen Farben sind silber, türkisblau und orange...so kann's auch geh'n.




9. März 2007
Jawohl. Genau so ist es. Frühling nennen das die Leute. Heute Vormittag den Baron um den Greifensee getrieben. Nichts mehr übrig von der Kondition des letzten Sommers. Aber da muss man einfach durch. Also auf Durchhalten gefahren, keine Verfolgungsjagd mit Rennradlern, nur minimale Adrenalinschüblein. Macht nix, das ist OK so. Dafür nun rund 2000 Km mit dem Tieflieger zurückgelegt und immer noch von diesem Rad begeistert. Ausserdem bin ich mit einigen ornithologischen Leckerbissen auf der Südostseite des Sees (Naturschutzgebiet) belohnt worden: Störche, Milane, Kormorane, die obligatorischen Graureiher und ein Wanderfalke!

24. Februar 2007
Und irgendwann kommt dann doch auch wieder die Zeit, während der man die Velos hervorholen kann. In diesem Jahr habe ich immerhin schon die ein oder andere kleine Ausfahrt absolviert. Baron und Streetmachine GT sind zum Einsatz gekommen. Tut gut, irgendwie. Trotzdem bin ich diesmal nicht ganz so velo-hungrig, wie ich es die letzten Jahre war. Liegt vielleicht daran, dass dieser Winter im Prinzip keiner war und wir ja auch schon im Januar und Februar mit milden, sonnigen Tagen verwöhnt wurden. Trotzdem: ich freue mich auf die Saison! Erste Reisepläne werden im Augenblick angedacht. Verraten will ich sie hier noch nicht, ihr habt ja gelesen, dass sich bei uns eine Tendenz zum Umwerfen unserer ursprünglichen Reisepläne entwickelt hat...

2. Feburar 2007
Man kann es nicht wegdiskutieren: die Tage werden länger! Und zwar eindeutig. Und die Temperaturen - ich seh es mit einem lachenden und einem weinenden Auge - bewegen sich im (wenn auch einstelligen) Plusbereich. Also rauf auf's Velo! Die ersten Runden in diesem Jahr sind noch kurz, die Kondition fehlt einfach, bzw. hat sich in den letzten Monaten rapide abgebaut. Aber das wird schon wieder.

Ansonsten bin ich fleissig am malen. Die Aquarelltechnik hatte ich in den letzten Wochen und Monaten des Jahres 2006 bis zum Exzess ausgereizt, und als Antwort oder Reaktion darauf entstehen nun Bilder mit Acrylfarben auf Leinwand. Die Formate sind etwas grösser, die Farben reagieren anderes und ich knüpfe damit an eine Technik an, die ich vor einigen Jahren erstmal ad acta gelegt hatte. Die Bilder werden natürlich anders als damals, schliesslich hab ich seither einen gewissen Weg zurückgelegt und es fliessen viele Elemente der letzten Aquarelle in die Arbeiten mit ein. Manchmal scheint es mir einfach wichtig, wieder mal einen Schritt zurück zu gehen zu einem früheren Punkt und dort wieder neu anzuknüpfen.

Das tue ich zur Zeit auch mit der Musik die ich höre: der Plattenspieler ist wieder aktiviert worden und meine schwarzen Vinylscheiben erleben wieder eine Renaissance. Besonders Santanas Platten aus seiner Jazz-Latin-Fusion-Phase der 70er Jahre sind im Augenblick wieder gerne gehörte Preziosen: "Oneness", "The Swing of Delight", "Borboletta" oder auch der Tex-Mex-Ausflug "Havanna Moon"...

7.Januar 2007
Patrick Leigh Fermor. Kennt den jemand? Wahrscheinlich bin ich einer der Wenigen, dem dieser Schriftsteller unbekannt war und der ihn gerade erst für sich entdeckt hat. Ich lese zur Zeit seinen Reisebericht, der anlässlich einer Fusswanderung quer durch Europa nach Istanbul entstanden ist - in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Mmmh...das macht Appetit und schürt die eigene Reiselust. Wann es wohl bei mir wieder losgeht und vor allen Dingen wohin?


2. Januar 2007
Wie könnte ich das alte Jahr besser ausklingen lassen, als mit einer kleinen Veloausfahrt? Am 31. Dezember wurden uns in Zürich Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen beschert und selbstredend haben wir das für einen kleinen Ausritt ausgenutzt...ob das ein gutes Omen für die kommenden Radtouren und -Reisen in diesem Jahr sein wird? Besseres Wetter als 2006? Hoffentlich!

Ich wünsche Euch jedenfalls ein gutes neues Jahr und Gesundheit, Zufriedenheit und Glück auf all euren Wegen!!


17. Dezember 2006
Ich bin jetzt 44. Wenn ich beobachte wie ich langsam älter werde, die Veränderungen des Körpers wahrnehme - und natürlich auch die innere Entwicklung - dann denke ich oft an meine Teenagerzeit zurück, wo jeder über 20 furchtbar alt war. Damals konnte ich die verschiedenen Altersstufen, also zum Beispiel 30, 40 oder 50 Jahre, nicht differenzieren, ich warf das alles in einen Topf, steckte es in eine Schublade und auf dem Schild davor stand ganz lapidar und pauschal "alt" geschrieben. Nun, dass dem nicht so ist, das wissen wir alle. Jedenfalls amüsiert mich manchmal nachträglich noch der Tunnelblick meiner Jugendzeit.


Die paar Tage zwischen meinem Geburtstag und Neujahr sind für mich immer Niemandsland, der Begriff "zwischen den Jahren" umschreibt es ganz trefflich. Ein Kapitel ist abgeschlossen, eine neue Seite wird aufgeschlagen. Noch ist diese neue Seite weiss und unbeschrieben, aber ich meine schon die ersten Buchstaben erkennen zu können, die sich zu Worten formen und Sätze bilden werden...

Alle die hier regelmässig mein Logbuch durchforsten, haben längst mitbekommen, dass ich viel Anregungen und Inspiration aus der Literatur und Musik bekomme. Dass man Musik nicht nur einmal anhört, dürfte vielen klar sein, aber ich lese auch viele Bücher in bestimmten Abständen immer wieder und viele sind feste und stabile Säulen in meinem Leben geworden, ihre Autoren gleichsam Leuchttürme im Sturm des Lebens, Begleiter, Anhaltspunkte und Wegweiser, Orientierungsmöglichkeiten bei Schlechtwetter und manchmal sogar bei Sonnenschein und weiter Fernsicht. Und seit einigen Tagen begleiten mich die Bücher des Strassenmalers und Vagabunden Ueli Brunner. Sein Reisebuch über den Jakobsweg habe ich vor zwei Jahren per Zufall entdeckt. Und zum Geburtstag habe ich mir seine andere Veröffentlichungen schenken lassen. Auch wenn sein Lebensweg sich von meinem unterscheidet wie Tag und Nacht - es tut gut, zu wissen, dass man(n) sein Leben auch völlig anders verbringen könnte.



Und nun wünsche ich allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2007!


7. Dezember 2006
Naja...Weihnachtszeit. Irgendwie finde ich es bedauerlich, dass die Adventszeit all ihren Charme verloren hat. Vielleicht hatte sie den ja auch noch nie, kann schon sein, und es sind nur sentimentale Erinnerungen an meine Kindheit. All der Konsumwahn...Heutzutage ist es so, dass ich umso bedürfnisloser werde, je mehr man mich von aussen mit Werbung und Sonderangeboten und Schnäppchen bombardiert. Und in Nachbars Garten blühen die Magnolien! Das kann's doch auch nicht sein! Oder doch?

Bleibt die Frage, was man mit auf die sprichwörtliche einsame Insel nimmt. Auf jeden Fall mal "Ois is Blues", DAS Album des skurrilen Münchner Bluesbarden und Isar-Indianers Willy Michl (Anspieltip: "Isarflimmern"), von dem ich ehrlich gesagt nicht so recht weiss, was ich von ihm halten soll - aber besagtes Album mag ich sehr gerne.

Und Lesefutter? "Magellan" von Stefan Zweig und "Michelangelo" von Irving Stone.

So sieht's aus!



18. November 2006
Ich versinke in Kadmiumorange, Preussischgrün und Indigo...noch nie hatte ich eine so intensive Mal-Phase wie seit Anfang Oktober - allen äusseren Umständen zum Trotz. Oder gerade deswegen. Eigenartig. Seit mehr als 25 Jahren beschäftige ich mich nun mit Aquarellmalerei, und erst jetzt fühle ich mich allmählich nicht mehr als Sklave dieser Technik, sondern irgendwie...ja..."gleichwertig" - wenn man den Ausdruck hier überhaupt verwenden kann. Langsam hat sich der Kampf um das Beherrschen der Technik in etwas anders umgewandelt...in Entdeckerfreude und Wissensdurst und in eine unbändige Neugierde auf die noch entstehenden Arbeiten und die Möglichkeiten, die noch in dieser faszinierenden Technik liegen. Ich hab das Gefühl, immer noch auf der Spitze des Eisberges zu stehen und einen Grossteil noch nicht entdeckt zu haben. Einige der neuesten Aquarelle gibt es hier zu sehen.

Auf dem Plattenteller bzw. im CD-Player laufen neben Antonin Dvorak's "Slawischen Tänzen" und Gustav Bertha's "Life as a Dog" vor allen Dingen immer noch Element of Crime und Carla Bruni...da können die Gedanken schön spazieren gehen...


8. November 2006
Winterschlaf ist angesagt. Draussen ist es für die Jahreszeit erstaunlich mild, die Sonne schafft es schon um 9 Uhr früh, den Nebel aufzulösen. Tja...da könnte man...die würde sich doch anbieten...aber dann irgendwie doch nicht: die Velosaison ist für mich eindeutig zu Ende - ich hab mich während der diesjährigen Saison genügend ausgetobt und auch hier müssen sich bei mir immer wieder die Batterien aufladen! So wie ich mich kenne, bin ich im Januar/Febuar wieder heiss auf's Radeln, aber jetzt ist erst mal Ruhe. Dafür bin ich zur Zeit recht intensiv mit der Malerei beschäftigt und zudem schreibe ich grad an zwei Kurzgeschichten und das neue Keralasuite-Album wartet noch auf den letzten Schliff...

Und nicht zuletzt lebe ich mit einem Teil von mir im Augenblick in einer Parallelwelt: mehr aus einer Laune heraus nahm ich neulich Tolstois "Krieg und Frieden" wieder mal aus dem Bücherregal, und dann, als ich die Hürde der ersten hundert Seiten überwunden hatte, packte es mich und zog mich erneut in seinen Bann. Wie lange er wohl daran geschrieben hat?


22. Oktober 2006
Ein Sonntagmorgen auf dem Balkon. Koffein und rotes Laub, Spinnweben im Gegenlicht und ein tiefblauer Herbsthimmel - ein Wetterchen wie geschaffen für einen Veloausflug! Doch ich bin radl-müde geworden. Mittlerweile. Nachdem ich bis letzte Woche noch fast jeden Tag meine Runden gedreht habe, ergreift der allgemein zu beobachtende Rückzug der Natur auch von mir Besitz und ich freue mich nun auf die Indoor-Zeit, auf die kurzen Tage, auf den Blick nach innen. Die Streetmachine GT liegt halb zerlegt in meinem Zimmer und wartet auf eine Generalreinigung, die anderen beiden Räder hätten dasselbe auch mal nötig und jetzt kommt auch wieder die grosse Zeit der Reiseträume und Utopien. Ich habe in den letzten Tagen "Ultreia - immer weiter" des Zürcher Strassenmalers Ueli Brunner gelesen, ein Pilgerbericht vom Jakobsweg, und bei solch anregender Lektüre baue ich mir natürlich auch meine eigenen Wolkenkuckucksschlösser. Ich wünsche mir mal einen ganzen Reisesommer! Nicht um nach Santiago de Compostela zu radeln, das ist mir im Augenblick zu modisch. Aber ganz Frankreich würde ich gar zu gerne mal auf kleinsten Strassen erkunden...meine Lieblingsorte wieder mal aufsuchen und neues entdecken. Zeit müsste man haben! Oder es einfach nur tun...


2. Oktober 2006
Es ist eigenartig, dass fast alle Menschen, zu denen ich aufschaue und vor denen ich Achtung und Respekt habe, im künstlerischen Bereich tätig, also entweder Schriftsteller oder Musiker sind. Ich meine damit natürlich die Prominenz - in meinem privaten Umfeld gibt's etliche Menschen, vor denen ich gerne den Hut ziehe. Ich komme auf dieses Thema, weil ich die letzten Tage wieder mal "Ein Mittel gegen die Schwerkraft" von Joe Jackson gelesen habe und ich mich gleichzeitig auch daran erinnerte, dass Joe Jackson vor 3-4 Jahren einmal ein hervorragendes Konzert in Zürich gegeben hat - musikalisch wunderbar und von Reife und Weisheit durchdrungen und trotzdem, oder vielleicht genau deswegen, auch augenzwinkernd selbstironisch. Und das Buch ist wie das damalige Konzert - hier scheint ein Mensch unbeirrt seinen Weg zu gehen.

Jetzt könnte ich fragen, warum man nie einen Staatsmann, Politiker oder Gewaltigen aus der Industrie als glaubwürdigen Charakter wahrnehmen darf. Aber es gab (oder gibt?) auch hier Ausnahmeerscheinungen: gestern bin ich rein zufällig über einer Dokumentation über Waldemar von Knoeringen gestolpert, der im dritten Reich im Widerstand war und später als politischer Visionär beim Aufbau der bundesdeutschen Demokratie mitgewirkt hat.

20. September 2006
At the dark end of the street...angesichts des eher bescheidenen Fernsehprogrammes hab ich mir heute wieder mal "Die Commitments" auf Video angeguckt...einer meiner absoluten Lieblingsfilme...dicht gefolgt von Jacques Tatis "Ferien des Monsieur Hulot" und "Jenseits von Afrika" und "Himmel über Berlin" und "Night on earth" (letzteres ein Episodenfilm von Jim Jarmusch). Grossartig auch "Cyrano von Bergerac" mit Gerard Depardieu, der sowieso - abgesehen von Bruno Ganz, einer meiner Lieblings-Schauspieler ist.

17. September 2006
"Elf Freunde müsst ihr sein" von Sammy Drechsel. Kennt das noch jemand? Ich hab ja mit Fussball nichts, aber auch rein gar nichts am Hut und war froh, als die Weltmeisterschaft in diesem Jahr zu Ende ging und man nachts wieder bei offenen Fenster schlafen konnte, ohne dass man von den Hupkonzert der Fans am Einschlafen gehindert wurde. Aber dieses charmante Jugendbuch ist mir vor ein paar Tagen wieder mal in die Hände gefallen und seitdem schmökere ich da drin herum... Und ihr werdet es nicht für möglich halten, aber manchmal verirre ich mich sogar in meiner Karl May-Sammlung wie in einem Labyrinth - und das mit fast 44 Jahren.

Abgesehen davon habe ich gestern den (einstweilen?) letzten gemeinsamen Auftritt zusammen mit Gordon mit unserer Band sLow absolviert. Eine mehr als fünf Jahre lange Zusammenarbeit geht damit zu Ende, denn Gordon will sich anderweitig orientieren. Und inzwischen weiss ich, dass das für uns beide notwendig ist - auch mir steht der Sinn nach Veränderung und Weiterentwicklung ausserhalb unserer Kumpanei.

Draussen regnet es heute, innen drin scheint die Sonne.


18. August 2006
Speedy war beim Hufschmied! Neues Zaumzeug, neue Zügel, neue Hufeisen...Impfung gegen Maul- und Klauenseuche und die Räude und so weiter... Mein Velohändler freut sich immer gigantisch, wenn ich komme. Nicht nur, dass er von mir mit Reparatur- oder Wartungsaufträgen eingedeckt wird, nein, er nötigt mich dann immer zu allen möglichen Probefahrten...unverschämter Kerl!! ;-))) Heute haben wir ein gefährliches Gespräch geführt: er würde meine SMGT zu einem guten Preis in Zahlung nehmen, wenn und falls ich genügend Blut geleckt habe, um mir das hier zu gönnen. Oh göttliche Versuchung!!! Ich hoffe, in Zukunft mehr Widerstandsfähigkeit zu entwickeln um nicht jeder Regung nachgeben zu müssen! Manch einer mag Kettenraucher oder Alkoholiker sein...ich bin Velo-Junkie...

Lese zur Zeit "Artus, die Wahrheit über den legendären König der Kelten" von Graham Phillips und Martin Keatman. Abgesehen davon, dass ich die allseits bekannte Legende schon immer mochte und auch schon in x-verschiedenen Interpretationen gelesen habe - von Marion Zimmer Bradley bis Mark Twain - interessiert mich diese Zeitspanne generell. Der Zusammenbruch des römischen Weltreiches und das Erstarken der keltischen Stämme. Die beiden Autoren haben jedenfalls versucht, die spärlich vorhandenen Dokumente und Aufzeichnungen wie eine Zwiebel zu schälen, um die historische Person hinter der Legende heraus zu arbeiten. Und sie kommen zu einem schlüssigen und nachvollziehbaren Ergebnis, auch wenn es wohl nicht bewiesen werden kann. Mich fasziniert die Art und Weise, wie sie letztendlich zu ihrem Resultat kamen.

3. August 2006
Zurück! Mit einem lachenden und einem weinenden Auge: meine geplante Veloreise durch's Schwabenländle musste ich leider verkürzen, weil mich mein innerer Schweinehund aufgrund des Regenwetters im Stiche liess - dieser Warmduscher! Also wirklich! Trotzdem hatte ich einen ergiebigen Trip - ich sage nur: 537 km in 6 Tagen! Der Reisebericht wird in den nächsten Tagen online sein. Falls jemand noch am Zweifeln ist, folgt hier die amtliche Bestätigung: DEUTSCHLAND IST EIN SCHÖNES REISELAND! ZUMAL FÜR DEN VELOREISENDEN! Das lasst euch mal gesagt sein! ;-)

Und sonst?

a) G.Rag Y Los Hermanos Patchekos machen tolle Musik! Anspieltip: "München 7" oder "Cadeau Bizarre"
b) "Das Brot der frühen Jahre" von Heinrich Böll hat mich die letzten Tage über sehr begeistert!
c) ich erlaube mir, die Neue Deutsche Rechtschreibung zu ignorieren! Bin froh, wenn ich auch so halbwegs klar komme...


25. Juni 2006
Schwimmbadwetter! Mehr sag ich nicht!
Gestern am Morgen den Baron um den Greifensee getrieben. Wie flott man 40 km mit einem leichten Tieflieger bei Sonnenschein hinter sich bringt und wie beschwerlich dieselbe Distanz mit der Streetmachine GT, Reisegepäck und Sauwetter anmutet...

Höre grad "The Year of the Cat" von Al Stewart und "Shadows Collide With People" von John Frusciante und überlege gerade, ob ich mir die neue Red Hot Chili Peppers kaufen soll oder nicht. Eher nicht. Schade, dass ich heutzutage neue Alben nicht mehr mit der gleichen Intensität höre wie früher. Damals war die neue Platte der Lieblingsband immer DIE Sensation und lief wochenlang auf dem Plattenteller und ich kannte jede Note in und auswendig...Santanas "Caravanserai"...J.J.Cales "Troubadour"...die Erste von den Dire Straits. Heute nehme ich mir zuwenig Zeit um Musik zu hören. Obwohl: die neue von den Element of Crime und das neue BAP-Album habe ich in letzter Zeit wirklich rauf und runter gehört und dieselbe Intimität empfunden wie früher, als U2 ihr "Unforgettable Fire" veröffentlichten und im Autoradio meines alten Ford Taunus beim Pendeln von Oberviechtach nach München das Album zu Tode gespielt wurde...tja...




17. Juni 2006



"Wir sassen in dem Schirm, den Wandorobbo-Jäger aus Ästen und Zweigen am Rand der Salzlecke errichtet hatten, als wir den Lastwagen kommen hörten. Zuerst war es weit entfernt und keiner wusste, was es für ein Geräusch war. Dann hörte es auf, und wir hofften, dass es nichts gewesen sei oder vielleicht nur der Wind. Dann kam es langsam näher, unverkennbar jetzt, lauter und lauter, bis es mit einem qualvollen Getöse von lauten, unregelmässigen Explosionen dicht hinter uns vorbeikam, um auf der Strasse weiterzufahren."

Das sind die ersten Zeilen aus Hemingways "Die grünen Hügel Afrikas", das ich grad wieder mal zu lesen begonnen habe. Ich finde es nach wie vor faszinierend, wie Hemingway es erreichte, dass man schon bei der ersten Zeile mitten im Buch drin ist - ohne sich gross mit einer Einleitung abzugeben. Jawohlja!

Wir sind frisch aus den Ferien zurück, haben Frankreichs Nordosten unsicher gemacht und trotz teilweise nur bescheidenen Witterungsverhältnissen eine schöne Reise erlebt. Die Räder haben gut durchgehalten, es gab keine Panne, rein gar nichts.

Ansonsten stand gestern in der Zeitung zu lesen, dass der Schauspieler Robin Willams 60 Velos besitzt! Ein Statement von Herrn Williams: "Auf dem Rad fühle ich mich wie ein Buddhist, der sein irdisches Dasein geniesst."
Und ich mach' mir einen Kopf, nur weil ich statt einem einzigen gleich drei Velos mein Eigen nenne...

Wiederentdeckt: Joan Armatrading! Das Album "Back to the night" dreht sich grad wieder mal auf dem Plattenspieler - Lieblingssong das wunderbare "Dry Land"

21. Mai 2006
Reisefieber! Und wie! Am Donnerstag geht's los und Basel ist der Startpunkt! Weiter verrate ich noch nichts...
Ansonsten bestimmt der Frühling mein Denken - ich bin fast jede freie (und trockene) Minute mit dem Velo unterwegs, gebe meinem Bewegungsdrang nach und stelle alles Kreativ-Künstlerische hinten an, wie jedes Jahr um diese Zeit. Denn diese Pause ist wichtig, damit sich der Pool wieder füllen kann. In diesem Winter hab ich eh reichlich daraus geschöpft und bin diesbezüglich recht leer geworden.

Was meine Ausrüstung betrifft, gibt's wieder einige Luftschlösser und Ideen: Margrit ist neulich auf einem Liegerad Probe gesessen, dem Grasshopper, und hat, naja, ein bisschen "Blut geleckt". Kann man das schon sagen? Jedenfalls: dieses Velo könnte man mit einigen Tricks für ihre Körpergrösse passend machen - kürzere Kurbeln, das einschiebbare Teil des Auslegerohres kürzen, etc. Die Frage der Finanzierung stellt sich allerdings. Der Händler würde meine Speedmachine in Zahlung nehmen, und jetzt gehen natürlich meine Gedanken spazieren: die Speedy weg geben und anstatt dessen den Baron zum Randonneur umbauen? Mit Gepäckträger, Schutzblechen, dreifach Kurbel und eventuell auch noch auf UDK-Lenker umrüsten? Warum nicht! Im Augenblick steht die Speedmachine ungebraucht im Fahrradkeller, denn für meine Tagestouren kommt der Baron zum Einsatz und die Streetmachine GT ist seit einiger Zeit wieder mein Lieblings-Alltagsrad. Zudem hat sich herauskristallisiert, dass ich nicht wirklich an Höchstgeschwindigkeiten interessiert und ich auf meinen Touren mit dem Baron relaxter geworden bin und mich lediglich an der erhöhten Durchschnitts-, jedoch nicht an der maximal zu erreichenden Geschwindigkeit erfreue. Naja...das sind alles noch ungelegte Eier...mal sehen, was das Jahr diesbezüglich bringt...

Noch kurz ein Themawechsel, nämlich ein Musiktipp: zur Zeit höre ich wieder recht gerne zwei Alben des schon früh verstorbenen Musikers Duncan Browne - "Wild Places" und "Streets of Fire". Mein Geheimtipp des Tages! ;-)

 

5. Mai 2006
Bin gerade auf Entschleunigungskurs: nachdem jetzt die Streetmachine wieder zum Alltagsrad geworden ist und ich nicht mehr das Gefühl habe, auf meinem Arbeitsweg Streckenrekorde aufstellen zu müssen, hab ich auch mit dem Baron endlich einen relaxten Rhythmus gefunden. Diese Woche konnte ich am Feierabend noch jeweils zwei 40 km Touren radeln - Petrus sei Dank! Gestern eben mit dem Baron auf den Regensberg. Auf dem Weg dorthin fuhr ein Dreikäsehoch ein paar Meter neben mir her und meinte in einer Mischungs aus respektvoller Höflichkeit und Kids-Slang: "sie, ihr Velo find' ich im Fall megageil!!!" *lach* Oftmals nervt es mich, weil man dauernd begafft wird, aber gestern hat mich das Verhalten des Jungen köstlich amüsiert. Auf dem Rückweg ist mir der erste Reiseradler in diesem Jahr entgegen gekommen - voll bepackt mit Zeltrolle auf dem Gepäckträger und das typisch-entspannte Radreisegrinsen im Gesicht...ich kann's schon gar nicht mehr erwarten, bis wir ab 25. Mai auch endlich unterwegs sein werden.

Heute regnet's in Strömen und ich werde wohl versuchen, am neuen Album weiterzubasteln. Acht Songs hab ich mehr oder minder zufriedenstellend im Kasten, lediglich am Gesang muss ich noch ein bisserl feilen und mit dem Mix hab ich noch nicht das erreicht, was ich mir vorstelle. Wird trotzdem noch bis zum Herbst dauern, bis ich es veröffentliche.


28. April 2006
Komme soeben aus der Badewanne. Jawohl. Ganzkörperreinigung. Bei einem Glas Rjoja und dem neuen Album der Band Element of Crime kam mir gerade die Idee, dieses Tagebuch hier vom Thema "Fahrrad" zu entkoppeln und allgemeiner zu halten. Nämlich: das neue Element of Crime Album "Mittelpunkt der Welt" ist grossartig! Die Band wird von Album zu Album besser! Ich oute mich hier jedenfalls mal als Sven Regener Fan! Ansonsten ist mein CD-Player zur Zeit bestückt mit:

a) Carla Bruni "Quelqu'un m'a dit"
b) Gabor Szabo "Spellbinder"
c) Blue Stingrays "Surf-n-burn"
d) Allman Brothers Band "Hittin' the note"
e) Habib Koité "Fôly"
f) BAP "Dreimal zehn Jahre

Velo und so: hab heute den Baron aus der Werkstatt abgeholt...die Vorderradbremse...hatte doch glatt einen Bremsklotz verloren...und ich hab's nicht mal gemerkt (jaja...die Technik-Freaks werden den Kopf schütteln...). Jedenfalls funzt die Magura Clara-Scheibenbremse wieder wie gewohnt. Ansonsten entdecke ich grad die Streetmachine wieder neu für mich und damit die Entdeckung der Langsamkeit. Bin die ganze Woche mit ihr in die Arbeit gefahren und habe es genossen. Bin froh, sie nicht verkauft zu haben.

19. April 2006
Wir haben über das Osterwochenende unsere erste kleine "Radreise" absolviert. Bin mit der SMGT unterwegs gewesen und auf der Rückfahrt ist mir - wie schon im letzten Sommer mit der Speedmachine auf der Sommerreise - der Drahtbügel gebrochen, der das hintere Kettenschutzrohr hält. Ist wohl ein generelles Verschleissteil? Die SMGT hat mittlerweile 6300 km auf dem Buckel


8. April 2006
Zeit für eine schöne, fette, 80 KM-Tour (also es sind dann doch nur 79.8 km geworden...)! Heute sieht es nach einem milden Frühlingstag aus, den ich auch richtig auskosten möchte und ich schiebe den Baron schon früh am Morgen auf die Strasse - ich möchte von hier aus nach Winterthur ins Tösstal, der Töss aufwärts bis Saland folgen und über Pfäffikon und Uster den Greifensee erreichen, diesen auch noch umrunden und dann wieder nach Hause radeln. Was ich im Folgenen auch tue:

Baustellen-Wirrwarr am Anfang auf der Ausfallstrasse, der Radweg ist so gut wie nicht mehr existent. In Opfikon komme ich den steilen Anstieg durch den Ort grade so hoch, muss mich dabei aber alles andere als knieschonend in den Sitz stemmen. Bassersdorf, Nürensdorf, Winterberg, es ist recht hügelig hier und mehrmals komme ich an den Grenzbereich der Übersetzung - allerdings hat man immer wieder Panoramablicke auf die Alpenkette, die man aber heute im Morgendunst kaum erkennt. Es taucht wieder die Überlegung auf, ob ich mir am Baron nicht doch eine andere Kurbel mit einem dritten Kettenblatt leiste. Naja, bisher ging's eben gerade noch so und ich hab irgendwie keine rechte Lust, schon wieder Geld lockerzumachen. Die Vorderradbremse - Magura Clara - macht mir Schwierigkeiten: wenn ich das Rad richtig zentriere, schleift der eine Bremsbacken leicht an der Scheibe, was zwar den Lauf nicht gross behindert, aber Geräusche verursacht. Es sind dieselben Bremsen wie damals am Delite Black und damals ging es mir genauso. Die Scheibenbremsen und ich - wir mögen uns nicht. Scheint eine gegenseitige Abneigung zu sein... (und/oder ich bin nicht fähig, sie zu warten).

Bald bin ich im Tösstal und kann das Velo auf seine Waldweg-Tauglichkeit testen: und siehe da, es geht sogar ganz gut, trotz den dünnen Stelvio-Slicks und der nicht vorhandenen Federung. Erstaunlich! Ansonsten lasse ich es nun ruhig angehen, es wird heute keine sportliche Tour werden, sondern eine Radwanderung. So benutze ich den Baron heute als Trekkingbike, was sehr gut geht, weil das Rad sehr bequem ist und die Sitzposition von allen drei Liegerädern die idealste ist. Lediglich der Tillerlenker ist auf langen Strecken nun nicht sooo bequem, dafür macht er das Rad aber sehr wendig und irgendwie passt das schon. Wieder Asphalt unter den Rädern gleite ich den Radweg an der Töss entlang bis nach Saland, klettere über die Hügel nach Pfäffikon, lasse den Pfäffiker See links liegen und fädle mich in Uster in den Stadtverkehr ein, bis ich endlich am Greifensee ankomme und meine Hausstrecke um den See absolviere. Bin ziemlich müde, als ich zuhause ankomme - die Steigungen auf den ersten 20 Kilometern haben mich Energie gekostet, bin noch nicht so richtig fit. War aber schön, genau diese Tour gemacht zu haben, ich bin sie nämlich noch nicht mit dem Baron gefahren. Der Tacho zeigt mehr als 5400 KM an - ich hab also schon mehr als 1000 KM mit dem Baron "gemacht".

1.April 2006
Tja, das Jahr schreitet voran! Schon schreiben wir den ersten April (und bisher bin ich noch kein Opfer eines Aprilscherzes geworden...toi toi toi...der Tag ist noch acht Stunden lang...). Da der Wetterbericht eine Wetterverschlechterung mit Regenschauern, Gewittern und Sturmböen vorausgesagt hat, ist der für heute anberaumte Frühjahrsputz unterblieben - nun, damit können wir leben... Also nach dem Einkaufen eine kleine Samstagstour! Bin mit dem Baron auf den Regensberg gefahren, netter kleiner Mini-Pass, vielleicht 3 Kilometer Steigung, von oben eine schöne Aussicht auf das Städtchen und das Umland. Gestern, Freitag, ist es nach morgendlichem Regen schnell trocken und sonnig geworden und so bot sich ein kleiner Ausflug um den Greifensee an. Das frische Gras ist dunkelgrün und die Schwalben sind da! Ist das nicht herrlich? Frühling pur! Während der Fahrt kam mir ein junger Mann mit einem Fateba oder Peer Gynt, auf jedem Fall einem Langlieger, entgegen.

Bin wider Erwarten doch noch gut zum Velofahren gekommen, hätte ich angesichts der Wetterprognosen gar nicht erwartet. Langsam komme ich wieder in Form - bin während des Anstiegs noch Regensberg sogar einem Mountainbiker davon gefahren...was aber nicht viel heissen will. Dafür schleifen die Magura Clara Scheibenbremsen seit gestern am Vorderrad des Barons und krieg das Geräusch nicht weg - ich weiss schon, warum ich Scheibenbremsen nicht so besonders mag. Bin heute zu müde, um mich noch diesem Problem zu widmen, mal sehen..

Die Fotos hier stammen von einem Regensberg-Tour im letzten Spätsommer.

 
   
 
27. März 06
Jepp! Frühling auf Hochtouren! Und ich auch! Was für ein Wochenende: am Samstag beim Bikehändler und die Speedmachine vom Service geholt. Bei dieser Gelegenheit bin ich das neue Trike von HP Velotechnik (Scorpion) probegefahren - aus reiner Neugierde. Kann mich aber nach wie vor nicht mit den Kurveneigenschaften von Dreirädern anfreunden und dieses fährt sich auch nicht anders als das neulich schon mal getestete Greenspeed. Ist auch besser so, dann laufe ich nicht Gefahr, schon wieder über Finanzierungspläne nachzudenken... Jedenfalls war's am Samstag stürmisch und noch recht kalt und ich bin dann die 35 Kilometer mit der Speedmachine nach Hause gedüst, immer den Wind hübsch von der Seite. Gestern, am Sonntag, dann ab Mittag Traumwetter! Margrit und ich prompt losgezogen und das erste Mal in diesem Jahr ohne Handschuhe und Mütze, ohne Thermounterwäsche und Winterjacke gefahren. Das, meine Herrschaften, macht Appetit auf mehr! Und dieses "Mehr" war heute: die erste 63 km Tour in diesem Jahr - mit dem Baron absolviert! Ein Ausflug von Zürich an den Rhein und retour. Ziemlich windig, aber milde Temperaturen und langsam gewöhnen sich meine Beine wieder ans Radeln.

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18. März 06
Sie sind da! Nämlich die Tiefliegertaschen der Firma Radikal und auch die Vorfrühlingstemperaturen inklusive Sonnenschein und Vogelzwitscher im Morgengrauen. Man möcht's nicht glauben! Es war eine lange Zeit: der Winter hat es uns wirklich nochmal gezeigt und die Bestellung für diese Taschen gab ich auch schon letzten Sommer bei meinem Velohändler auf - und im Januar sind sie dann endlich gekommen und heute hatte ich Gelegenheit, sie abzuholen. Selbstredend stand dann natürlich eine Probetour um den Greifensee an. 40 flache bis leicht hügelige Kilometer, einen 22er Schnitt gefahren -> weg ist sie, die Kondition, dich ich mir im letzten Sommer antrainert hatte. Aber jetzt geht's wieder aufwärts!
 

15. März 2006
Man kann! Und zwar: abends nach Büroschluss noch ein bisserl mit dem Velo unterwegs sein! Sonnenuntergang so cirka 18:30 - und um 16:30 bin ich schon zuhause...da bleibt etwas Spielraum. So geschehen heute Abend. Ein Stündchen mit der Speedmachine, Aussentemperatur wohl um die 5 oder 6 Grad, Sonnenschein. Ab morgen fahre ich wieder mit dem Velo zur Arbeit, mein Körper soll um die Mitte nicht auf Dauer so konvex bleiben, wie er seit Weihnachten ist...*hüstel*


10.März 2006
Was sind 9 Kilometer mit der Speedmachine? Richtig! Nicht einmal ein Tropfen auf den heissen Stein! Wollte heute ein mehrfaches dieser Distanz zurücklegen - die Temperaturen sind akzeptabel, die Strassen wieder frei getaut. Bei strahlendem Sonnenschein bin ich losgefahren, nach 10 Minuten hat mich ein Graupelsturm eiskalt erwischt und nach etwas mehr als 4 Kilometern hab ich entnervt aufgegeben und bin umgekehrt: waagerecht ins Gesicht geschleuderte Graupelkörner machen nicht wirklich Spass. Mit Rückensturm nach Hause gesegelt, das Velo in den Keller, rauf in die Wohnung, umgezogen - und schon kommt die Sonne wieder durch die Wolken. Aprilwetter im März? Aprilwetter im März!


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24. Februar 2006
Der Vorderreifen der SMGT hat wohl doch ein Loch, wenn auch ein ganz kleines. Immerhin hat letzten Sonntag die Luft lang genug gehalten, bis ich meinen 6000er vollmachen konnte...die SMGT hat also jetzt 6009 Km auf dem Konto. 5178 Km zeigt dagegen der Tacho des Barons, wobei ich davon erst 700 absolviert habe, der Rest stammt von den Vorbesitzern. Heute die erste Ausfahrt mit dem Baron in diesem Jahr, nachdem er den ganzen Winter in meinem Arbeitszimmer verbracht hat. Hm...das hat Spass gemacht! Kleine Diskrepanz mit zwei Reiterinnen, die ihre Pferde nicht unter Kontrolle hatten und die beinahe durchgegangen wären. Aber man kann ja miteinander reden...


18. Februar 2006

5992 km...aus irgendeinem doofen Grund wäre es schön gewesen, die neue Saison mit einem runden Tachostand zu beginnen. Leider hat es heute nicht ganz gereicht und so werde ich wahrscheinlich morgen den 6000er voll machen. Die Rede ist von der Streetmachine GT. Mit geflicktem Vorderreifen bin ich heute Nachmittag für ein Stündchen losgezogen, als der Wind die Wolken vom Himmel gefegt und uns ein paar wärmende Sonnenstrahlen beschert hat. Nicht weit, ganze 16 Kilometer bin ich gefahren, aber mehr lag nicht drin, denn es wird immer noch schnell dunkel, obwohl die Tage schon deutlich länger werden. Hat Spass gemacht. Ich fahre im Augenblick wieder gerne mit der SMGT.

Januar 2006
Es juckt mich in den Fingern - besser gesagt: in den Beinen! Draussen scheint die Sonne und die Temperaturen bewegen sich kurzzeitig schon mal im Plus-Bereich, wenn auch nur im einstelligen... Letztes Wochenende war's auch schon so (vergleichsweise) mild und ich bin mit der Streetmachine am Freitag eine Schnupperrunde gefahren und am Samstag das erste Mal in diesem Jahr um den Greifensee. Wie gut das tut! Und welche Sehnsüchte es weckt! Ich freue mich sehr auf den Beginn der Velosaison, auf all die Touren, die ich in diesem Sommer zu fahren gedenke. Und heute hat es zumindestens für ein paar Kilometer mit der Speedmachine gereicht. Eigentlich wollte ich auch heute wieder mit der SMGT fahren (mir macht das Rad im Augenblick wieder grossen Spass und ich bin froh, dass sich im Sommer kein Käufer dafür gefunden hat - zur Zeit denke ich nicht mehr daran, das Velo zu verkaufen), aber der Vorderreifen war platt und ich war zu faul, mich dieses Problemes anzunehmen. Also hat heute auch die Speedmachine ihre ersten Kilometer in diesem Jahr absolviert. Der Baron dagegen ziert im Augenblick mein Zimmer und wird tagtäglich angehimmelt...

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