1999 - Utopia London

 

Gefahren von Herbst 1999 bis Sommer 2005.

 

Ich weiss eigentlich gar nicht mehr so genau, wie ich damals auf die Firma Utopia aufmerksam geworden bin. Irgendwie ging das wohl doch schon über's Internet. Jedenfalls halte ich im Sommer 1999 irgendwann mal den vom Hersteller veröffentlichten "RadRadgeber" in den Händen und was ich dort lesen kann, spricht mir irgendwie aus der Seele: die Räder sind komfortabel und können mit Gepäck belastet werden. Also was will ich mehr? Es dauert allerdings den ganzen Sommer bis ich vor mir selber den erneuten Kauf eines Rades rechtfertigen kann. Das Arrow ist ja erst zwei Jahre alt. Dass ich von nun an im Durchschnitt alle zwei Jahre ein neues Bike kaufen werde, kann ich mir zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht vorstellen.

Der Kauf des Utopia markiert auch einen Wendepunkt: ich will von nun an passende Räder haben, und keine billigen mehr. Die Frage ist nicht mehr, ob mir ein Rad zu teuer ist, sondern wann ich soviel Geld zusammengespart habe, um es zu kaufen. Und, klar, man rechnet anders wenn man kein Auto finanzieren muss - da spart man sich Monat für Monat ein erkleckliches Sümmchen.

Also das Utopia. Nachdem mein Exemplar des Radradgebers zerfleddert und voller Eselsohren und Notizen ist, habe ich mir ein schwarzes London auserkoren. Ich bestelle mir das Rad mit einem superbequemen Brooks Ledersattel und Shimano Rollerbrakes. Leider weiss ich nicht, dass diese Bremsen nicht wirklich für Reisen mit Gepäck geeignet sind und auf der einzigen Radreise, die ich mit diesem Rad unternommen habe, überhitzen sie sich während einer langen Abfahrt, sodass ich pausieren und warten muss, bis sie sich wieder abgekühlt haben. Im Prinzip kann ich aber mit den Rollerbrakes gut umgehen und sie stellen kein Problem dar.

Gravierender ist die Tatsache, dass ich bergauf nicht so recht vom Fleck komme und jeder Anstieg ein mühevolles Unterfangen ist. Was ist schuld daran? Heute denke ich, dass es am Sattel liegt, denn dieser federt dauernd ein und verändert somit ständig den Abstand zwischen Pedal und Körper und scheint viel Energie zu absorbieren. Wohl aus diesem Grund fangen während dieser Zeit meine Knie zu schmerzen an. Leider verleidet mir das Verhalten des Rades bei Anstiegen recht schnell die Fahrfreude.

Denn abgesehen davon ist das London einfach nur super! Angefangen von der nostalgischen Optik, kombiniert mit moderner Ausstattung, bis hin zum ultrastabilen Rahmen und der komfortablen Sitzposition stellt dieses Rad genau das dar, was ich mir gewünscht habe: ein bequemes, stabiles Fahrzeug, das sich über längere Distanzen ohne Beschwerden in Nacken, Handgelenken oder dem Allerwertesten bewegen lässt.

Allmählich kehre ich für Radreisen und dem Weg zur Arbeit wieder zurück zum Arrow Pacer, eigentlich nur wegen der Klettereigenschaften des London.

Im Sommer 2005 verkaufe ich das Rad, mit dem ich etwa 3500 Kilometer gefahren bin.

Trotzdem: ich habe auch heute noch ein Faible für diese Art Bikes: für Hollandräder, City-Räder mit tiefen Durchstieg, einfach für Velos, bei denen man mit einer aufrechten Sitzhaltung durch die Gegend gleiten kann.