August/September 2004 -

Der grosse Nordbayern-Salto. Mit langem Bremsweg nach Westen...

Eine Reise entlang der Flüsse Naab, Haidenaab, Main, Tauber, Altmühl und Donau.

 
                   
 

Hier kann man sich den Bericht ohne Fotos als PDF-File (137) downloaden


Ein zweiter Urlaub in diesem Jahr wäre an und für sich eine feine Sache, da muss man gar nicht gross diskutieren. Unter Einbezug meiner Kompensationstage gelingt es mir, nochmals zwei zusammenhängende Wochen von meinem Abeitgeber zu ergattern.

Was tun? Velofahren natürlich!
Wohin? Doch noch nach Lothringen und von dort bis hinauf an den Ärmelkanal? Hm...

Als ich eines Tages mal wieder Ordnung in mein Bücherregal bringe, fällt mein Blick auf all die blauen Bikeline-Radreiseführer die ich nach meiner allerersten Radreise 1994 in einem Anfall von (kaum aushaltbarem) Fernweh erstand: "Romantische Strasse", "Altmühltal-Radweg", "Main-Radweg", "Fünf-Flüsse-Radweg", "Oberpfälzer Radlspass", "Weser-Radweg", etc… In den letzten zehn Jahren wurde zwar schon einiges davon abgegrast, teilweise schon mehrmals gefahren, aber trotzdem bleibt noch allerhand "zu tun".

Plötzlich ist die Idee da: mit dem Zug zu meiner Schwester nach Regensburg fahren…die Naab nach Norden…eine Stippvisite zu meinen Eltern…weiter nach Bayreuth...und dann…ich bringe Strecke und vorhandene Zeit halbwegs in Relation und schon steht das Konzept. Margrit hat leider nur mehr eine einzige Urlaubswoche zur Verfügung, ich werde also die zweite Woche alleine unterwegs sein.

 
                   
  Samstag, 28. 8. 2004 - Anreise nach Regensburg

Wir können in unseren "üblichen" Zügen nach München und von dort weiter nach Regensburg die Velos mitnehmen. Als wir heute morgen im Zürcher Hauptbahnhof ankommen, bin ich froh, dass ich für die Räder Stellplätze reserviert habe, denn im Nu ist das Veloabteil brechend voll. Der Zugchef ist erst seit kurzem - nach einem anscheinend sehr erholsamen Urlaub - wieder im Dienst und kalauert sich durch den Waggon, dass es eine wahre Freude ist. Selten einen Bahnbeamten mit soviel Mutterwitz erlebt! Die Minibar-Chaffeuse ist ebenfalls ein Original und steht ihrem Kollegen in nichts nach. Dazu lacht die Sonne vom Himmel. Fängt ja gut an...

In München problemloses Umsteigen in den Regionalzug nach Regensburg - für unsere beiden Räder steht ein ganzes Abteil zur Verfügung. Es entsteht etwas Hektik, als eine Gruppe Rentnerinnen (ich tippe auf den katholischen Frauenbund) völlig überfordert mit ihren schweren Koffern, ziemlich schlecht gelaunt den Zug stürmt, Platz fordert und sich weigert, das Gepäck auf die dafür vorgesehene Ablage hieven zu lassen. So gibt es jedesmal ein Debakel, als der Herr mit der Minibar vorbei möchte und die Damen dann rangieren müssen. Wir flüchten ins Veloabteil, wo wir uns zu unseren Rädern setzen.

In Regensburg radeln wir schnurstracks zur Wohnung meiner Schwester. Später am Abend versucht sich mein Schwager noch an einer Probefahrt mit der Streetmachine. Er kommt auf Anhieb damit zurecht... Respekt!

 
 

Sonntag, 29. 8. 2004 - Regensburg bis Oberviechtach, 103,5 km

Heute übernimmt meine Nichte Miriam den Weckdienst und das ist gut so, denn wir wollen früh raus und früh los. Schliesslich steht uns eine lange Tagesetappe bis nach Oberviechtach, meinem Heimatort, bevor. Nach dem Erledigen der "Abschiedsformalitäten" rollen wir erstmal durch die sonntagmorgenstille Regensburger Altstadt zur Steinernen Brücke, dem offiziellen Ausgangspunkt dieser Reise.

Beweisfoto.
Sonnenschein.

Hinüber über die Donau und durch die Kopfsteinpflastergassen des Regensburger Stadtteils Stadtamhof geholpert, dann ein paar Kilometer die Donau gegen den Strich gebürstet, bis die Naabmündung erreicht und bei Mariaort über die Naab gesetzt ist. Jetzt sticht die Sonne vom Himmel, wir tun uns was mit Sonnenschutzfaktor 30 auf die Haut und radeln naabaufwärts auf dem gut ausgeschilderten Radweg entlang. Vor ein paar Jahren haben wir diesem Fluss den Beinamen "die Liebliche" oder "die Idyllische" gegeben. Nicht anders empfinden wir es heute: kaum wahrnehmbare Strömung, Seerosenfelder, die Ufer gesäumt mit Weiden und Bauernorchideen. An diesem Sonntagmorgen ist es vor allen Dingen auch eines: still!

Während jeder von uns auf seine eigene Art und Weise mit der Stimmung umgeht, Margrit auf der Suche nach Reihern, Haubentauchern oder sonstigem Wassergeflügel, ich auf der Suche nach Perspektiven und landschaftlich-topografischen Kompositionen zum Zeichnen oder Fotografieren, erreichen wir Kallmünz. In diesem Städtchen ist in den letzten vier Jahren erstaunlich viel restauriert und renoviert worden. Das sowieso durch seine Lage am Fusse eines Jurafelsens schon malerische Städchen wird wohl bald ein richtiges Kleinod sein. Warum auch nicht, diese Region hier könnte den einen oder anderen touristischen Anschub gut vertragen. Ich frage mich, welche Rolle der Fahrradtourismus hierbei spielt. Denn seit man auch in dieser Gegend Fernradwege ausschilderte, den Naabtalradweg oder den Fünf-Flüsse-Radweg zum Beispiel, scheint dieser Landstrich allmählich aus seinem Dornröschenschlaf zu erwachen. Naja, das bilde ich mir mit meiner Radlmanie jedenfalls ein, wahrscheinlich gibt's aber auch noch andere Gründe dafür. Als der Vormittag voranschreitet, treffen wir jedoch recht viele Radfahrer, von denen ein gewisser Prozentsatz auch mit Packtaschen unterwegs ist, also mehr als einen Tagesausflug unternimmt.

Ich mag die Landschaft zwischen Kallmünz und Burglengenfeld: die scharfen, schroffen Felsen des Oberpfälzer Jura auf den Wacholderheiden, genauso wie ein paar Dutzend Kilometer weiter westlich im Altmühltal. Es geht flott voran, leicht rollen die Laufräder über den Asphalt…dreissig…vierzig…fünfzig Kilometer. Getrübt wird das alles lediglich durch einen Wespenstich, denn als ich mich nach einem Stop wieder in meinen Sitz lehne, zerdrücke ich das unglückliche Tierchen, dass sich wohl an meinem Hemd befand. Erschrecken tu ich gewaltig, aber das ist auch schon alles.

Wir kommen in Bubach an dem Gasthof vorbei, in dem ich schon zweimal übernachtete. In Schwandorf gibt es dann Kaffee und Kuchen. Ich muss Auskunft über das Liegerad geben und heitere dabei wengstens eine missmutig dreinblickende Dame auf, als ich mit einem Augenzwinkern erkläre, ich hätte heimlich einen Motor eingebaut. Und natürlich auch einen Wecker, falls ich beim Liegen einzuschlafen drohte...

Jetzt schiebt uns der Wind voran, nach Norden, nach Norden... Tintenblaue Gewitterwolken bauen sich in unserem Rücken auf. Sie verheissen nichts Gutes, doch das Gewitter lässt uns unbehelligt und zieht nach Osten ab, nur einige Regentropfen besprenkeln uns - Spatzenpisse, wie einst eine Wirtin auf einer unserer Frankreich-Reisen diese Art Niederschlag bezeichnete.

Um nach Oberviechtach zu gelangen müssen wir hinter Schwarzenfeld in das Tal der Schwarzach einbiegen, der Naab also den Rücken kehren. Plötzlich kommt uns mein Vater mit dem Auto entgegen: zuhause bei meinen Eltern ging nämlich vor einer Stunde ein gewaltiger Platzregen nieder und er dachte, wir ersaufen auf offener Strecke. Diese letzten dreissig Kilometer mit dem Auto zu fahren, stellen (natürlich!) nicht wirklich eine Versuchung dar, ausserdem bekäme mein Vater die Streetmachine erst gar nicht auf seinen, auf Standard-Räder ausgerichteten, Dachträger montiert. Selbst mit dem Rahmen von Margrits Delite gäbe es schon Schwierigkeiten. So laden wir unser Gepäck in das Auto, behalten uns nur Regensachen und Werkzeug zurück und radeln weiter.

Kilometer für Kilometer nähern wir uns meiner Heimat, biegen irgendwann vom Schwarzach- ins Murachtal ein, wobei ich den Kopf voller widersprüchlicher Gedanken und Emotionen habe. Wie sich hier alles verändert! Die alte Bahnstrecke, längst schon still gelegt, wird nun suksessive zum Radweg umgebaut. Ab Pertolzhofen können wir auf dieser Trasse fahren, sie ist vor ein paar Wochen erst eingeweiht worden. Leider hat man einen recht groben Belag gewählt, der viel Energie raubt. Dadurch werden diese letzten sieben Kilometer unerwartet anstrengend. Es regnet wieder, als Burg Murach vor uns auftaucht, einer der geographischen Eckpfeiler meiner Kindheit. Die Bahntrasse führt direkt an meinem Elternhaus vorbei. Ich erinnere mich daran, wie ich als kleiner Bub vor der Dampflokomotive Angst hatte, vor diesem fauchenden und rauchenden Ungetüm, dass in den sechziger Jahren hier noch seinen Dienst tat. Jetzt bin ich selber auf dieser Strecke unterwegs und
bekomme dabei einen völlig anderen Blick auf meinen Heimatort beziehungsweise auf/in die Anwesen der Nachbarschaft. Meine Eltern erzählen von hektischen Aufräumaktionen in den Gärten der Anrainer unmittelbar vor der Fertigstellung des Radweges...

 
           
                   
 
Montag, 30. 8. 2004 - Oberviechtach bis Weiherhammer, 64 km

Um weiter nach Norden voran zu kommen, müssen wir wieder zurück ins Naabtal radeln. Heute morgen scheint zwar die Sonne, aber der Blick zum Himmel verheisst nicht Gutes, es wird wohl binnen kurzer Zeit wieder eine geschlossene Wolkendecke und Regen geben. Auch Barometer und Wetterbericht sind ähnlicher Meinung. Also gibt's einen frühen Aufbruch, man kann uns den gestrigen Weg in umgekehrter Richtung radeln sehen. Es wird uns erst jetzt bewusst, welche Steigungen wir gestern am Schluss dieser langen Tagesetappe noch hinter uns brachten: gut sieben Kilometer langgezogener Rampe. Schade, dass dieser Belag so bremst, ich muss hier sogar bergab mittreten. Bei Asphalt oder etwas glatterem, wassergebundenem Belag wäre das eine wunderbare Rennbahn...

Die Landschaft des Murachtales glitzert in der Morgensonne. Tautropfen wie Diamanten. Bei Altendorf, schon im Schwarzachtal, gibt es für mich eine Rechtfertigung oder einen Beweis für eine schon bald dreissig Jahre zurückliegende Begebenheit: damals, als junger Gymnasiast, war ich ornithologisch interessiert und ein begeisterter Vogelkundler. Eines Tages sah ich einen Schwarzstorch auf einer Wiese und erzählte diese Sensation am nächsten Tag meinem Biologielehrer. Dieser (zugleich mein Sportlehrer und in Sport war ich damals eine Niete) hielt mich für völlig verrückt und wollte mir nicht glauben. Heute nun sehen wir zwei Schwarzstörche auf einer Wiese auf Nahrungssuche! Es gibt keinen Zweifel. Margrit ist Zeugin. Als ein Auto die beiden Vögel zum Auffliegen bringt und wir das Flugbild sehen ist es sonnenklar. Eine späte Rache... Ha!

Weiter gibt's viele Eichelhäher und eine Handvoll Kiebitze zu beobachten. Doch mein Blick schweift immer öfter zum Firmament, die Wolken werden dichter. Und nicht nur das, sie werden auch dunkler. Kaum sind wir wieder im Naabtal angekommen, um an den gestrigen Abzweigungspunkt anknüpfen, schon brauchen wir die Regenklamotten. Wir radeln im Platzregen zwischen Fluss und Autobahn auf das Städtchen Nabburg zu, dass links vor uns auf dem Hügel thront. Bevor wir den Ort erreichen, zieht der Regenschauer wieder ab und die Sicht wird besser, sodass ich die Stadtsilhouette fotografieren kann. Eine Kaffeepause wäre jetzt eine wunderbare Angelegeheit, aber dafür müssten wir hinauf in die Altstadt radeln und auf diese Kletterpartie hat keiner von uns beiden rechte Lust. Hm…

Also weiter. Auf einem trotz der Nässe gut befahrbaren Feldweg radeln wir längs der Eisenbahngeleise nach Norden. Rechter Hand grüssen die Türme der romanischen Basilika von Perschen herüber, der Rest der Kirche bleibt hinter Büschen und Bäumen verborgen.
Dann sind wir in dunklem Walde. Der Regen hat hier den Weg aufgeweicht, sodass es kein Vergnügen ist, die Räder durch den Morast zu balancieren. Immerhin haben wir diesmal nicht viel Gepäck dabei, denn wir werden in Hotels übernachten. Die gesamte Campingausrüstung ist also zuhause geblieben. Und das macht einiges aus.

Während der erste Teil dieser Tagesetappe flach und eben war, beginnt nun ein hügeliger Abschnitt. Die Hügel auf beiden Seiten des Flusstales sind dicht und dunkel bewaldet. Plötzlich steht uns eine starke Steigung bevor - so steil, dass an ein Hinauftreten erst gar nicht zu denken ist. Doch wie heisst es so schön? Wer sein Rad liebt, der schiebt? Soll ja den Muskelapparat lockern, sagt man. Die Schiebestrecke ist jedoch lediglich zweihundert Meter lang und schon geht's wieder auf zwei Rädern weiter.

Wernberg-Köblitz. Hier kreuzen sich zwei grosse Verkehrsachsen, die B14 in Ost-West-Richtung und die A93 von Norden nach Süden. Man baut hier wohl an einer neuen Autobahnausfahrt, jedenfalls ist der Wald gerodet, die Erde wird gebulldozert, es ist laut. In der Stadt selber finden wir endlich ein Stehcafé in einer Bäckerei, die an einen Supermarkt angeschlossen ist. Später will die Autobahn nochmals überquert werden, dann versinken wir erneut in den dunklen Wäldern ringsum. Auf kleinen Strässlein pedalieren wir an Sumpfwiesen oder Fischteichen vorbei. Hier erfolgt der Zusammenfluss von Waldnaab und Haidenaab. Erst nach der Vereinigung der beiden Flüsschen heisst das daraus entstehende Gewässer Naab und strebt nach Süden der Donau entgegen. Wir biegen an dieser Stelle nach Nordwesten in den ausgeschilderten Haidenaab-Radweg ein, der bis nach Bayreuth führt.

Der kleine Fluss darf hier nach eigenem Gusto durch sein Tal mäandern. Wir sehen viel wildwuchernde Vegetation, als wir am nördlichen Talrand dahingleiten, halb versteckt im Wald. Schon wieder haben wir eine Regenwolke im Rücken, aber sie behält ihren Inhalt für sich, bis wir in Weiherhammer im Hotel Lohbachwinkel ankommen. Erst dann fängt es heftig zu regnen an. Ein bisschen Glück gehört eben auch dazu...

 
           
  Dienstag, 31. 8. 2004 - Weiherhammer bis Bayreuth, 78 km

Der Wetterbericht verspricht trockenes Wetter bei allmählich ansteigenden Temperaturen. Er scheint recht zu behalten. Ein Blick aus dem Fenster zeigt zwar noch Bodennebel, aber die Sonne kämpft sich schon tapfer hindurch. Allerdings ist es sehr kalt und auch der Wind scheint ein Wörtchen mitreden zu wollen.

Eigenartige Gegend hier: durch den sandigen Boden gibt es sehr viel Kiefernwald. Dazwischen immer wieder enorme Sand- und Kiesgruben mit Lastwagenverkehr. Wir radeln erstmal neben einer kerzengeraden Bundesstrasse durch den Wald, nehmen den aufgerissenen und ausgebeuteten Erdboden wie eine Wunde wahr, die man der Erde zufügt. Bis die Landschaft endlich etwas freundlicher wird und sich die Kiesgruben in Baggerseen und Naturschutzgebiete verwandeln.

Auf einmal scheinen wir in einem anderen Film zu sein, denn für ein Weilchen nimmt uns ein mildes Tal auf, saftige Wiesen, etwas Weideland, ein munteres Flüsschen, wie üblich auch hier von Weiden und Bauernorchideen gesäumt. Wir kommen nur langsam voran. Das mag teilweise an Wind und Wegebeschaffenheit liegen. Vielleicht auch an der Routenführung, denn man hat hier wieder mal eine Fernverbindung im Zickzack durch die Landschaft geführt, um möglichst viel Flussnähe und möglichst wenig Autoverkehr zu gewährleisten. Wahrscheinlich hab ich aber einfach nur die falsche Einstellung dazu, mir geht's nämlich im Augenblick um ein flüssiges Vorwärtskommen, nicht um beschauliches Wandern. Also schieb ich mir den Schwarzen Peter lieber mal selber zu. Hätte ich eine Landkarte dabei, könnte ich eine Alternative suchen, aber mein Radreiseführer zeigt immer nur Details und keine grösseren geographischen Zusammenhänge auf.

Für die 25 Kilometer bis Pressath brauchen wir jedenfalls mehr als zwei Stunden und rutschen in ein Stimmungstief. Was uns jetzt fehlt, ist ein gemütliches Café, aber der Ort ist in dieser Hinsicht eine Enttäuschung. Überhaupt ist diese Gegend weniger touristisch infrastrukturiert als das Naabtal weiter südlich. Deswegen nehmen wir mit dem vorlieb, was der Supermarkt hergibt. Momentan will es nicht so recht rollen. Das mag vielleicht auch an der melancholisch bis bedrückenden Stimmung liegen, die die Landschaft um uns herum verbreitet. Nadelwälder stimmen mich immer düster, weiss auch nicht warum... Nadelwälder und alpine Landschaften...

Wir kämpfen uns weiter gegen den Wind voran, bis eine markante Erhebung vor uns auftaucht. Das ist der Rauhe Kulm, ein längst erloschener Vulkan, der die Gegend hier beherrscht und überragt. Die Landschaft ändert sich erneut, das Fichtelgebirge naht und wir durchstreifen dessen Ausläufer. Es warten vermehrt Höhenmeter auf uns, jedoch wird es auch weiter, offener, wir fühlen uns gleich irgendwie freier. Wir kommen in eine Ortschaft namens "Kastl", wo wir die Bedienung eines Dorfwirtshauses aufschrecken und dabei leidlich geniessbaren Kaffee serviert bekommen.

Wie weit schaffen wir es noch? Bis Bayreuth? Es hängt nicht so sehr von unserer Lust und Laune ab - denn wenn man danach ginge, könnte jetzt schon Schluss sein - sondern von den Übernachtungsmöglichkeiten. Hier finden wir so gut wie gar nichts. Aber nochmals 35 - 40 Kilometer radeln? Wir versuchen es. Bleibt uns ja auch gar nichts anderes übrig.

Die Orte hier heissen "Schlackenhof", "Teufelshammer", "Schmetterlohe" oder einfach nur "Hub". Irgendwann haben wir genug von der offiziellen Routenführung (besonders als man uns einen Berg hinauf locken will, über dem eine dunkle Wolke dräut), weswegen wir uns ein paar gut asphaltierte und kerzengerade Kilometer auf der mässig befahrenen Staatsstrasse nach Weidenberg "gönnen". Vorher jedoch nochmals ein schlammiger Waldweg an einer Pferdeweide vorbei, auf der prompt wieder ein Schwarzstorch, gar nicht mal so scheu, nach Kleingetier sucht.

In Weidenberg sucht uns der zweite Totpunkt dieses Tages heim: insgeheim hofften wir auf eine Unterkunft, aber der einzige Gasthof hier hat Betriebsurlaub. Immerhin landen wir auf dem sehenswerten Rathausplatz, der architektonisch ganz anders aussieht als die Ortschaften, durch die wir bis jetzt kamen: die Häuser sind aus Sandstein gebaut und nicht verputzt, ähnlich wie ich es noch von Bamberg und den Orten in der Fränkischen Schweiz her in Erinnerung habe. Wir machen Brotzeit und plündern unseren Tagesproviant. Solchermassen noch einmal gestärkt, machen wir uns auf den letzten Abschnitt nach Bayreuth. Irgendwie wird uns heiterer zu Mute. Vielleicht liegts daran, dass Mischwald das reine Nadelgehölz verdrängt, am milden Licht, oder einfach deswegen, weil wir nun einen Bogen nach Westen machen. Auf jeden Fall sind wir beide zwar rechtschaffen müde, aber viel besser gelaunt als um die Mittagszeit.

Per Handy reservieren wir im Hotel "zur Lohmühle", das uns die gestrige Wirtin empfahl, ein Zimmer. Das klappt. Wenn man endlich weiss, wo man abends sein müdes Haupt betten kann, wird einem nochmals ein Stück leichter um's Herz. Als wir schon im Stadtbereich von Bayreuth radeln, zeigt uns ein Passant den Radweg am Rotmain entlang, der uns bis in die Innenstadt (und zufälligerweise fast bis zum Hotel) führen wird. So treffen wir jetzt schon auf den Fluss, der uns die nächsten Tage begleiten wird. Abends speisen wir im Hotelrestaurant. An den Wänden hängen Fotos und Autogramme von Opernsängern, -Diven und Dirigenten. Eitle Opernwelt. Immerhin befinden wir uns ja in der Festspielstadt. Mir fällt dazu eine Textstelle aus einem Lied von Gordon, mit dem ich in Zürich Musik mache, ein:

I can't get into classical music
I can't follow Jazz or Blues
I cannot stand voice acrobatics
Pop Divas are not my thing...

 
           
               
  Mittwoch, 1. 9. 2004 - Bayreuth bis Lichtenfels, 65 km

Es trifft sich gut, dass die Sonne von einem wolkenlosen Himmel lacht. Es trifft sich gut, dass unser Hotel nur ein paar Schritte vom Main entfernt liegt. Es trifft sich mindestens genauso gut, dass an eben diesem Fluss ein Radweg aus der Stadt hinaus führt.

Automatisch sind wir auf dem Fernradweg entlang des Mains gelandet, der uns bis nach Würzburg leiten wird. Ganz im Gegensatz zu gestern rollt es heute wunderbar. Während wir tags zuvor um jeden Kilometer kämpfen mussten, gleiten wir jetzt fast wie von selber dahin. Gar lieblich ist das Tal, das in der Morgensonne saftig vor uns ausgebreitet liegt. Sanfte Hügel begrenzen es, der Fluss zieht seine Schleifen. Zwar können wir nicht immer im Talgrund bleiben und müssen/dürfen bisweilen durch kleine und gepflegte Dörfer pedalieren, die alle am Talrand und etwas erhöht gebaut wurden, trotzdem finden wir schnell zu einem angenehmen Rhythmus.

Nach etwa zwei Stunden sehnt man sich nach einem ersten Päuschen. Der dafür auserkorene Ort nennt sich Melkendorf. Zu melken gibt es dort leider nichts. Wir sind zu früh dran, die Gastwirtschaften öffnen erst kurz vor Mittag. Anstatt dessen finde ich nicht richtig aus dem Dorf heraus und führe uns in die falsche Richtung. Nach Kulmbach wollen wir nämlich nicht, obwohl das monumentale Bauwerk der Plassenburg einladend herüber grüsst. Leider lässt sie sich aufgrund der Gewerbeansiedlungen im Vordergrund nicht so fotografieren, wie ich mir das vorstelle - ich habe kein Bedürfnis nach Realismus: Romantik, will ich haben! So konzentriere ich mich lieber darauf, einen Weg durch das Labyrinth aus Umgehungsstrassen zu finden und uns einen Weg nach Mainleus, dem nächsten Ort auf der Strecke, zu suchen. Zwar sind wir bald wieder auf der richtigen Route, doch weiss ich bis heute nicht, wie man die zweite Silbe im Namen dieses Städtchens korrekt ausspricht: Mainlois? Mainle-us? So bleibt eben eine Bildungslücke zurück, aber damit kann ich leben. Ist ja nicht die einzige und mit der Zeit gewöhnt man sich daran...

Immerhin können wir in Mainleus Kaffee und Kuchen zu uns nehmen, wieder in einem Stehcafé derselben Supermarktkette wie zwei Tage vorher in Wernberg-Köblitz. Eine richtige Mittagspause gibt's erst im Biergarten eines Minigolfplatzes bei Burgkunstadt. Ich sage nur: "Fränggische Bockwerscht"! Und zwar mit Sauerkraut und Senf. Und einem halben Dutzend neugieriger Wespen. Wespen gibt's anscheinend viel in diesem Jahr, denn die ganze Reise über laden sie sich von selber zum Mitessen ein, kaum speisten wir irgendwo im Freien. Wir mutmassen, dass es die Sippe der ermordeten Wespe vom ersten Tag ist, die Rache übt. Eine milde Rache, den gestochen hat keine mehr. Aber Ruhe hat man natürlich auch nicht. Nach derlei Philosophieren über unsere Mitgeschöpfe sind wir wieder auf der Strasse. Hit the road, Jack…

Leider kommt man immer wieder mit den Auswüchsen des Strassenverkehrs in Berührung, wenn auch nur punktuell. Der Kontrast ist jeweils gross: aggressiv und fordernd wirken Tempo und Lärm des Autoverkehrs im Gegensatz zur Ruhe und Gelassenheit der eigenen Vorbewegungsart. In Lichtenfels liegt ein genehmes Hotel direkt auf unserer Strecke und wir beenden die Etappe, weil die Stimmung einfach danach ist. Später schlendern wir noch durch das Städtchen, landen zuerst in einer Pizzeria und später noch in einer auf Grossstadt getrimmten "Lounge" mit Ledersofas auf der überdachten Terasse. Auch ganz OK, sowas…

 
             
  Donnerstag, 2. 9. 2004 - Lichtenfels bis Eltmann, 70 km

Ich sitze auf dem Bamberger Domplatz, beobachte die Touristen, die in den Dom strömen, um sich den Bamberger Reiter anzusehen. Margrit tut dasselbe, während ich bei unseren Velos Wache halte. Es ist Mittag, wir haben schon 45 Kilometer hinter uns gebracht, Margrit hat sich auf dem Bahnhof zudem ihre Rückreise für Sonntag arrangiert und mein Magen hängt in den Kniekehlen. So sieht's also grad aus...

Nach dem Frühstück sind wir aus Lichtenfels hinaus und in die morgenfrische Landschaft hinein geradelt. Taufrische Wiesen, Sonnenschein, eine Allee, die zum Kloster Vierzehnheiligen führt, im Gegenlicht. Weit voraus der Staffelberg, der Berg der Franken. Ein vorbildliche Routenführung heute: excellente Beschilderung, lockeres Vorwärtskommen. Einziger Wermutstropfen sind die grossen Verkehrsachsen, die man, wie gestern auch schon, immer wieder mal berührt.

Jetzt sind wir also in Bamberg. Im Rosengarten der Residenz können wir nicht nur unseren Hunger stillen, neben dem Wirtschaftsbetrieb gibt's dort nämlich zudem das Farbenmeer der Blumen und einen Panoramablick über die Stadt zu geniessen. Was für ein Wetter! Und es soll so schön bleiben, sagen die offiziellen Stellen.

Anschliessend sind wir entlang der Regnitz schnell wieder aus der Stadt heraus geradelt. Aber nun müssen wir an einem Radweg neben der Bundesstrasse fahren. Wir kommen ziemlich schnell vorwärts, aber es ist langweilig und irgendwie uninteressant. Wir machen halt Strecke. Immerhin wird das Tal etwas enger und wir erhaschen einen Blick auf den ersten Weinberg.

Mittlerweile fliesst die Energie davon wie Sand in einem Stundenglas. Wir sind heute ausnahmsweise mal etwas wählerisch und lassen einige durchaus passende Übernachtungsmöglichkeiten vorüberziehen, bis wir uns in Eltmann endgültig auf Zimmersuche begeben. Zuerst kurven wir im Ort ein paar Mal rauf und runter, bis wir eine Infotafel mit Unterkunftsverzeichnis finden. Uns gefällt das "Haus am Wald", weil es Ruhe verspricht. Am Telefon sagt uns die Herbergsmutter, dass sehr wohl ein Zimmer für uns vorhanden sei, wir müssten nur einfach den Berg hinan. Nun, nach einer kurzen Irrfahrt ist auch das geschafft.

Die Wirtin erzählt uns a) dass viele Radfahrer ärgerlich sind und sich beschweren, weil das Hotel so weit oben auf dem Berg gebaut ist und b) dass sie eigentlich auch gerne mit ihrem Mann eine solche Reise unternehmen würde, aber dass sie dann andauernd Streit haben würden, weil sie in jede Kirche hinein möchte, er dagegen nur radeln will. Hm…da wir beide rechte Kulturbanausen sind, haben wir dieses Problem zum guten Glück nicht.

Weinfranken…Bierfranken…Weisswurst-Äquator…das sind Begriffe, die man hier andauernd in Prospekten, Reiseführern oder sonstigen Werbeträgern liest. Langsam kommen wir jetzt ins Bocksbeutel-Land.

Ornithologisch gibt's heute neben etlichen Reihern, Eichelhähern und Turmfalken einen Fischadler zu verzeichnen. Letzteren allerdings in ausgestopftem Zustand neben etlichen anderen Jagdtrophäen im Foyer unserer Unterkunft. Nun denn…wem's gefällt.

 
           
             
  Freitag, 3. 9. 2004 - Eltmann bis Volkach, 73,5 km

Der heutige Tag fängt an wie der gestrige aufhörte: mit Sonnenschein und der Fortsetzung des Radweges längs der Bundesstrasse. Viel mit Landschaftsgucken beziehungsweise Genussradeln ist da nicht, wir sind einfach dankbar, dass die vorbeifahrenen Brummis durch einen Rasenstreifen von uns getrennt sind. Als Entschädigung dafür das sehenswerte Ortsbild von Zeil am Main und in Hassfurt eine erste Kaffeepause und die Besichtigung der gotischen Kirche - denn solche Kulturbanausen sind wir dann doch wieder nicht und gotische Architektur mögen wir recht gerne (wogegen uns dagegen alles Barocke gestohlen bleiben kann).

Meine Rad-Reiseführer sind mittlerweile betagt, schon gut und gerne an die zehn Jahre alt und deswegen hat sich natürlich überall einiges verändert. So wird der nun folgende Abschnitt, anders als in meinem schlauen Buch, recht idyllisch (soweit das hier überhaupt möglich ist) auf einem asphaltierten Weg am Main entlang geleitet. Irgendwo rechts befindet sich zwar die "böse" B26 und die Eisenbahn, aber man sieht, hört und spürt sie kaum. Ausserdem geht es flach dahin. Tralala...da reiht sich Kilometer an Kilometer. So sind wir recht bald in Schweinfurt, mischen uns wieder unter die Motorisierten und finden ein italienisches Restaurant.

Wir ziehen wieder los, den Magen spaghetti-voll, pedalieren jetzt auf ruhigeren Wegen durch ein weites Tal, akzeptieren oder ignorieren das Kernkraftwerk in Grafenrheinfeld und konzentrieren uns lieber auf die erfreulicheren Dinge des Lebens. Zum Beispiel auf die Unmengen von Schwalben, die sich auf den Drähten der Stromleitungen sammeln und gleichzeitig um die Wette zwitschern. Die Nachmittagstemperaturen sind spätsommerlich heiss und die Luft flirrt über den Stoppelfeldern.

Jetzt gibt es immer mehr Weinberge zu sehen. Wir halten noch durch bis Volkach und quartieren uns in der Altstadt ein. Abends enden wir im Hof eines Weingutes, essen zwar nur mittelmässig gut, trinken dafür aber hervorragenden Wein. Auf der Herrentoilette hat man einen aktuellen Zeitungsausschnitt angebracht. Dort ist zu lesen, dass zwei Angler letztes Wochenende hier am Main, unabhängig voneinander, den Fang ihres Lebens machten: beide fingen einen riesigen Wels, der eine war 1,92, der andere 1,74 Meter lang, man möcht's nicht glauben. Irgendwo befindet sich ein Stall mit zwei Ziegen, die gestreichelt werden wollen/dürfen. Wir beobachten belustigt, wie sich die weinseeligen Gäste bei ihren Aufbruch einen Weg durch die eng gestellten Tische und Bänke…äh…ertorkeln, und sich nun an den Ziegen ergötzen, die sie vorher bei ihrer Ankunft gar nicht wahrgenommen haben. Als wir später im Hotelzimmer noch vom blutigen Ende des Geiseldramas in Russland erfahren, sind wir schlagartig wieder ernüchtert. Welch ein Kontrastprogramm. Was für ein Wesen ist der Mensch?

 
                 
  Samstag, 4. 9. 2004 - Volkach bis Würzburg, 62,5 km

In Volkach akzeptiert man keine Kredit- sondern nur EC-Karten. Zumindestens im gestrigen Weingut und im Hotel ist es genauso. Gestern, beim Abendessen, funktionierte es mit Verspätung, hier im Hotel mag der Kartenleser meine schweizer EC-Karte nicht. Nun gut, dann also cash bezahlen...

Heute bin ich schlecht gelaunt und komme nur schwer in Schwung. Ich würde lügen, wenn ich nicht wüsste wo's herkommt, schliesslich hab ich gestern meine vorher schon durchaus vorhandene Zuneigung zum Spätburgunder aufgefrischt. Es liegt Frühnebel über dem Fluss, Innenleben und Aussenwelt gleichen sich auf eine gewisse Art und Weise. Eigentlich schaut das recht schön aus, wie die Sonne dort so langsam den Nebel weg leckt, aber ich bin zu träge, um den Fotoapparat aus der Tasche zu holen. Man kann manche Bilder auch für sich selber im Kopf speichern und muss nicht alles dokumentieren. Finde ich.

Um zehn Uhr, als wir uns Kitzingen nähern, ist der Spuk sowieso vorbei, die Sonne hat sich durchgesetzt und Oberhand gewonnen. Im Prinzip würde es heute hervorragend laufen, wenn ich nicht alle fünf Minuten einen Grund zum Anhalten fände, um entweder zutiefst menschliche Bedürfnisse zu befriedigen, Sonnencrême aufzutragen, Traubenzucker oder Müsliriegel nachzufuttern oder die Socken auszuziehen. Bei Mainstockach liegt eine Sportplatzgaststätte gar zu einladend auf dem Weg, als dass man - sie ignorierend - vorbeiradeln könnte. In Ochsenfurt Mittagspause. Kein Ochsenfleisch, sondern Kartoffeltaschen mit Frischkäse. Nicht gerade das gelbe vom Ei, aber Schweinebraten oder Hausmacher-Sülze mit "Musik" sind keine rechten Alternativen. Jedenfalls tut die Mittagspause gut und die anschliessende Fahrt nach Würzburg geht problemlos vonstatten.

Wir checken im Hotel Regina ein, dass direkt neben dem Bahnhof liegt. Hier schätzt man Vorauskasse und möchte auch den Zimmerschlüssel abgegeben wissen, wenn der werte Gast sich in den Ausgang begibt. Aha, man hat schlechte Erfahrungen gemacht. Abends erkunden wir Würzburg, besichtigen mehrere Kirchen und den Dom. Alles so prunkvoll und doch so düster. Und dann die Angst vor dem Tod, die so sonderbar im Widerspruch zur katholischen Lehre steht.

Neben dem Strassencafé, in dem wir uns einen Schlummertrunk genehmigen, befindet sich ein interessanter Brunnen. Der Künstler hat einen verspielten Teufel dargestellt, der mit dem Mund Wasser speit und einer Eva sein hoch gerecktes Hinterteil - das mit einem Schwänzchen gekrönt ist - entgegenstreckt. Diese, also Eva, sitzt in lasziver Pose und beisst in einen Apfel. Daneben gibt es noch etliche Düsen und Öffnungen, aus denen ebenfalls reichlich Wasser sprudelt. Eine sinnliche, lustige und lustvolle Angelegenheit. Ein kleines Mädchen spielt selbstversunken mit dem Wasserstrahl, klettert auf die Figuren, lässt sich abspritzen und es macht ihm gar nichts aus, dass es bald patschnass ist. Auch ihre Eltern lassen sie. Könnten wir doch unser Leben ebenfalls als Spiel betrachten und mehr Sinnlichkeit und Schönheit darin sehen! Und es einfacher nehmen…

 
                   
  Sonntag, 5. 9. 2004 - Würzburg bis Gebsattel, 77 km

Heute gilt es Abschied zu nehmen, denn Margrit muss leider mit dem Zug nach Hause fahren, während ich noch eine zweite Woche zu meiner Verfügung habe. Um acht Uhr radle ich alleine durch die Würzburger Fussgängerzone zum Main, voller Aufbruchstimmung einerseits, gleichzeitig aber doch auch traurig, dass mich Margrit nicht weiter begleiten kann. Für mich ist es viel einfacher, von vornherein alleine auf Reisen zu gehen, als eine zeitlang gemeinsam unterwegs zu sein und sich dann trennen zu müssen.

Ich möchte im Weiteren ins Taubertal radeln und muss dazu bis nach Ochsenfurt zurück, denn dort finde ich Anschluss an den Gaubahn-Radweg, der Main- und Taubertal verbindet. Es gilt jetzt erstmal, einen eigenen Rhythmus zu finden, was eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Auf der 20 km langen Fahrt nach Ochsenfurt jedenfalls finde ich ihn noch nicht, sondern übertreibe masslos und presche so schnell voran, dass ich in weniger als einer Stunde vor Ort bin. Die Rechnung bekomme ich dann auf dem Gaubahn-Radweg präsentiert, dort geht mir nämlich erstmal die Puste aus. Gemach, gemach…

Der Gaubahn-Radweg entstand vor ein paar Jahren auf einer stillgelegten Bahntrasse - ähnlich wie es auch in meinem Heimatort der Fall ist. Das Gute daran: man kann mit mässiger Steigung vom Flusstal auf ein Plateau klettern. Doch auch hier wirkt sich der grobe Belag negativ aus und raubt Energie, wenn man mit einem Velo mit Strassenreifen unterwegs ist. Zuerst fahre ich einige Kilometer in einem Korridor aus Buschwerk und Wald, dann bin ich endlich auf der Hochebene angelangt. Hier gibt's Felder bis zum Abwinken…ich meine: bis zum Horizont. Und heiss ist es. Und windig. Und ich bin relativ alleine. So sehe ich es als Durststrecke, die mir landschaftlich nicht viel gibt, trotzdem aber eine bequeme Querverbindung ins Taubertal darstellt. Die letzten paar Kilometer bekomme ich dann geschenkt, als sich der Weg vom Plateau ins Flusstal senkt und ich es rollen lassen kann.

Sofort finde ich Anschluss an den Radweg "Liebliches Taubertal". In Creglingen, der nächsten Ortschaft, werden Erinnerungen an eine unserer früheren Radreisen wach: hier waren uns mehrere Tage Zwangsaufenthalt "vergönnt", weil Margrit damals nach dem unglücklichen Sturz ihre Verletzung am Arm auskurieren musste. Ich fülle meinen Kohlehydratvorrat mit Spaghetti auf und beobachte dabei ein Taubenschwänzchen, das wie ein Kolibri Nektar aus den Blüten saugt.

Creglingen hat sich verändert. Es gibt mehr Restaurants und Cafés, in der Altstadt sind die Häuschen herausgeputzt, alles wirkt touristischer als noch vor fünf Jahren. Bald liegt das Städtchen hinter mir und ich arbeite mich flussaufwärts voran. Hier ist alles viel belebter, es ist spürbar mehr los. Manch einer, bepackt mit Ausrüstung für bestimmt mehr als ein/zwei Tage, wird den Radweg hier - genau wie ich - als Durchgangsstrecke benutzen. Das sind meist jüngere Leute. Die vielen älteren Radfahrer dagegen, meist Ehepaare oder kleinere Gruppen, haben sich wohl für längere Zeit hier einquartiert und befinden sich auf Tagesausflügen. Die sieht man oft mit hochroten Köpfen am Strassenrand sitzen, denn auch heute ist es sehr warm. Und dann noch die Familien mit den Kindern - da sind meist ein oder zwei Kids dabei, die sich mit mir ein Wettrennen liefern wollen und für ein paar Meter heftig in die Pedale steigen.

Es ist nicht einfach, ein verschwiegenes Plätzchen für ein kleines Geschäft zu finden, denn überall wird pausiert, gepicknickt und sich erholt. Es geht gehörig hinauf und hinunter, und gar so steigungsreich habe ich diese Passage eigentlich gar nicht in Erinnerung. Richtig anfänger- oder seniorenfreundlich ist dieser Radweg hier beileibe nicht, obwohl er so vermarktet wird. Drüben, am anderen Talrand, würde eine Autostrasse oft weit unter dem Niveau "unseres" kleinen Wirtschaftswegleins hier auf der dieseitigen Talseite verlaufen. Aber ich höre den Motorenlärm herüber, es sind (schliesslich ist heute Sonntag) wohl viel Motorradfahrer unterwegs. Dann doch lieber hier bleiben und ein bisschen klettern...

Eigentlich eine recht sehenswerte Landschaft, dieses obere Taubertal. Die Tauber ist jetzt nach Naab und Main der dritte Fluss, den ich auf dieser Reise berühre - und wenn Altmühl und eventuell die Donau noch dazukommen, wird das alles dann zu meinem persönlichen "Fünf-Flüsse-Radweg" werden.

Allmählich wird es ernst: kurz vor Rothenburg ob der Tauber verengt sich das Tal, der Radweg mündet in die vorher schon erwähnte Autostrasse und diese führt steil bergauf in die Stadt. Wenn man denn nach Rothenburg hineinwollte. Aber ich will es nicht! Ich hab keine rechte Lust auf japanische Touris, fühle mich sowieso als auf der Durchreise befindlich und ausserdem kenne ich die Stadt. Also biege ich bei nächster Gelegenheit wieder rechts ab und bleibe somit unten im Tal, komme am Topplerschlösschen vorbei, bis sich nach einer Kehre das gesamte Stadtpanorama vor mir aufbaut. Schön! Ich mag diesen Ort. Irgendwann muss ich jedoch selber hinauf auf das Plateau. Die Strasse steigt an, ist glücklicherweise weniger steil und auch weniger befahren.

Also: mit Rothenburg geht ein Reiseabschnitt zu Ende. Gleichzeitig beginnt ein neuer, denn die Stadt ist der Ausgangspunkt für den Altmühl-Radweg, auf dem ich ab morgen unterwegs sein will. Für heute ist genug, sodass ich das 20-Euro-Zimmer in einem Landgasthof im nächsten Ort, Gebsattel, dankbar annehme. Weil im Badezimmer Duschgel bzw. Seife fehlt, muss meine äussere Hülle heute mit Wasser pur zufrieden sein (Ich habe von zuhause nichts mitgenommen und mich darauf verlassen, in Hotels Waschsubstanzen und Frottiertücher vorzufinden, was ja auch überall Usus ist). Anscheinend ist dieses Haus jedoch generell für eine gewisse Sparsamkeit bekannt, denn als ich später im Biergarten sitze, beschwert sich ein einheimischer Gast spasseshalber beim Wirt, weil gar zu knapp eingeschenkt wurde: "..ihr spart wohl überall, wo's nur geht!"

Nun, ich kann mich eigentlich nicht beschweren, mein Abendessen ist reichlich und gut. Und als die Sonne am Sinken ist, kreisen Unmengen von Schwälbchen am Abendhimmel, ich mache die Entdeckung, dass ein 2002er Wiesenbronner Wachhügel (Spätburgunder) fürwahr ein feiner Tropfen ist und eine rotgefleckte Katze streicht zutraulich um meine Beine. Nur die schon betagte Wirtin ist nicht zutraulich. Irgendwie geht ihr die Herz- und Freundlichkeit ab, die all den anderen Gastgebern auf dieser Reise innewohnt.

Keine Panik werte Gastgeberin…in weniger als 12 Stunden sind sie mich wieder los…

 
           
                 
  Montag, 6. 9. 2004 - Gebsattel bis Wettelsheim, 83,5 km

Was hab ich doch für ein Glück mit dem Wetter! Das Hoch setzt sich fest und es ist immer noch kein Ende in Sicht! Ich bin wirklich dankbar dafür, denn die letzte beiden Jahre ist diese Jahreszeit an mir vorüber gezogen, ohne dass ich sie besonders wahrgenomme hätte. Dabei mag ich den September doch so! Mitte August, wenn abzusehen ist, dass die Badesaison mit der nächsten Kaltfront zu Ende geht und die Tage zusehens kürzer werden, schlägt mir das meist auf's Gemüt und ich habe oft das Gefühl, dass ich etwas verpasst habe oder etwas unwiderruflich dahin ist. Wenn ich aber durch diese Phase hindurch bin, freue ich mich auf den Herbst und kann diese Jahreszeit wirklich geniessen (so uns das Wetter gewogen ist).

Frühstück bekomme ich hier erst um halb acht, also bin ich nicht vor acht Uhr auf Piste, rolle dann aber auf einer kleinen Landstrasse hurtig dem Altmühltal entgegen. Im Reiseführer las ich gestern noch etwas von "wir erklimmen die Frankenhöhe". Nun, so richtig von Erklimmen kann hier nicht die Rede sein, trotzdem wollen heute früh schon ein paar Höhenmeter abgearbeitet werden. Danach darf ich aber wieder vom "Höhenmeterkonto" abheben und flott ein leicht geneigte Ebene hinunterflitzen, bis ich im brettl-ebenen Altmühltal angekommen bin und nur mehr der Wind etwas gegen mich zu haben scheint. Nach angemessenem Zeitraum lädt der Ort Herrieden - klein, malerisch, fachwerk-romantisch - mit einem Stehcafé zu einem kleinen Päuschen ein.

Im Radio sucht der Moderator eines Regionalsenders nach "der schwersten Kartoffel West-Mittelfrankens"! Das höre ich, als ich an einem Kiosk am Ufer des Altmühlsees sitze, wo ich mir eine verdiente zweite Pause gönne. Hinter mir liegt eine Fahrt durch ruhiges Weideland, etwas eintönig, zugegebenermassen, aber trotzdem nicht ohne Charm. Hier dagegen erwartet mich relativ geschäftiger Trubel im neu entstandenen Fränkischen Seenland, dass ein paar künstlich angelegte Seen umfasst. Eigentlich ganz schön hier. Die Leute baden noch. Gunzenhausen, das dazugehörige Städtchen, versucht einen Spagat zwischen ländlich-regionalem Zentrum und halbwegs modernem Erholungsort. Ob das gelingt, sollen andere beurteilen, denn im Nu bin ich wieder auf freiem Feld und mache von nun an nur mehr Strecke, denn für heute ist wieder mal die Power raus. Flach, flach, flach, Gegenwind, Gegenwind, Gegenwind…

Bei Wettelsheim folge ich einem Wegweiser zu einem Landgasthof und kann flugs ein Zimmer beziehen, diesmal gibt's wieder Seife, sodass ich in kurzer Zeit wieder sauber aus der Wäsche gucke…das lob ich mir!

 
               
  Dienstag, 7. 9. 2004 - Wettelsheim bis Donauwörth, 90,5 km

Licht!

Seit Mitte letzter Woche scheint die Reise unter diesem Motto zu stehen. Auch an diesem Morgen radle ich einer noch tief stehenden Sonne entgegen. Die Sonnenbrille ist dagegen fast nutzlos. Der Schirm meiner Mütze greift noch nicht als Schattenspender.

Seit neun Tagen bin ich nun ohne einen Pausentag mit dem Velo unterwegs. Froh darüber, dass mich weder Kniegelenke noch Muskeln im Stich lassen, genehmige ich mir heute einen ruhigen Start. Wenn man so von Ort zu Ort reist, jeden Abend woanders schläft, Landschaften durch das langsame Reisetempo viel intensiver wahrnimmt, so kommen einem neun Reisetage fast wie eine Ewigkeit vor. Trotzdem vergeht die Zeit andererseits wie im Flug und die Tage reihen sich wie eine Perlen an einer Kette aneinander, die frischen, saftigen Morgenstunden, an denen mir die Welt wie neu erscheint, weichen dem grellen Licht der Tagesmitte, bis mit der Nachmittagsstimmung schon wieder das Ende der Tagesetappe kommt.

Ich lasse es also erstmal gemütlich angehen. Wie gestern schon, erleichtert mir auch heute eine flache Topographie ein genussvolles Vorankommen. Nach Treuchtlingen wird das Altmühltal schnell eng und jurassisch: hier zeigt die Erde erneut ihre Zähne, schiebt Kalkstein durch den Mischwald. Hier sind - wie auch auf der ganzen bisherigen Reise - erstaunlich wenig Hundehalter auf den Rad-, Wander- und Spazierwegen zu sehen. Und wenn doch, dann sind diejenigen, denen ich begegne, sehr diszipliniert und tragen Sorge, dass es zwischen ihren Schützlingen und den Radfahrern zu keinem Konflikt kommt. Erstaunlich. Und vorbildlich. Wenn ich da an die Situation im Zürcher Umland denke...

Ich kurve durch die engen Windungen des Tals und freue mich, wenn jede Flusskehre eine neue Perspektive, eine andere landschaftliche Gegebenheit zeigt. Hier wird viel Kanu gefahren, denn die Altmühl bietet sich durch ihre langsame Fliessgeschwindigkeit gerade für Anfänger oder Jugendgruppen an. Um 11 Uhr mache ich in Dollnstein Rast und lasse mir - es ist das einzige Gericht - Weisswürste mit Brezl und Senf servieren. Getreu der bayerischen Doktrin, dass die Weisswurst das Zwölf-Uhr Läuten nicht hören darf, verschlinge ich meine Mahlzeit rechtzeitig und bin schnell wieder unterwegs.

Hier will ich in das Urstromtal der Donau einbiegen (vor dem Meteoriteneinschlag in Nördlingen floss die Donau hier durch, erklärt der Reiseführer) und mich bis Rennertshofen vorarbeiten, um Anschluss an den Donauradweg zu bekommen. Von "Arbeiten" kann aber keine Rede sein: nachdem ich mich auf dem ausgeschilderten Kiesweg ein paar Meter vorwärts bewegt und somit die Oberflächenbeschaffenheit "erfahren" habe, ziehe ich den glatten Asphalt der parallel dazu verlaufenden Landstrasse vor, die jetzt um die Mittagszeit sowieso kaum befahren ist. Eine gute Entscheidung, denn in Null-komma-plötzlich habe ich die 24 km bis Rennertshofen hinter mich gebracht. In Frankreich hätte man mir wohl wieder hinterher gerufen: "ça roule!"

Einmal windet sich vor mir etwas auf der Fahrbahn. Als ich näherkomme, ist es jedoch keine Schlange, sondern ein weggeworfener Ledergürtel, der von weitem in der flirrenden Luft so aussieht, als ob er sich bewegen würde. Ein paar Kilometer weiter liegt ein "steinerner Mann" im Gras. Damit man verweile und sich Gedanken mache, hat man neben diesem, mit einiger Fantasie wirklich wie ein liegender Mensch aussehendem Stück Granit eine Sitzbank hingestellt, ebenso ein Schild mit dem Hinweis "Steinerner Mann". Hm...möge da verweilen wer will, ich hab's auf einmal eilig und meine Gedanken kreisen eher um andere Dinge: seit ein paar Minuten lässt sich nämlich das Wunschbild eines italienischen Eiscafés nicht mehr vertreiben und in meiner Fantasie ist Rennertshofen vor allen Dingen auch ein Ort, an dem ich ein Erdbeereis zu mir nehmen könnte. Aber dort begrüsst mich lediglich die gelbe Beschilderung des Donauradweges und flugs bin ich wieder aus der Stadt hinaus, ohne mehr als einen Supermarkt, eine grosse Strassenkreuzung, ein paar Bauernhöfe gesehen zu haben. Ach ja, ein Wegweiser zu einem Computer-Laden mit Rund-um-die-Uhr-Service war auch noch irgendwo angebracht. Aber da mein System hier hervorragend läuft und ich keinerlei Probleme mit Hard- oder Software habe, sehe ich keine Veranlassung, diesen Service in Anspruch zu nehmen.

Ein paar Meter weiter umgeben mich Stoppelfelder. Ein Bussard kreist darüber, sein heiseres "hiääh" wird aber nicht mir gelten. Mäuse dürfte er genug finden, den ganzen Tag schon laufen mir welche quer über den Weg und mehr als einmal hätte ich beinah eine überfahren. Irgendwie macht sich nun Ernüchterung breit: all die mehr oder minder unbekannten Gegenden, die ich auf dieser Reise sehen wollte, habe ich jetzt abgeradelt. Das Urstromtal der Donau war das letzte auf der To-Do-Liste. Von nun an werde ich die noch verbleibenden Tage bis zum Wochenende auf dem Donauradweg nach Westen fahren. Mit diesem Radweg verbindet mich eine sentimentale Liebe, schliesslich war es meine "Einstiegsdroge" in diese Art des Reisens. Zum vierten Mal bin ich hier nun unterwegs, und ich weiss eigentlich gar nicht, ob mich das nun eher langweilt oder ob es mich anheimelt. Jedenfalls ist es die schnellste Verbindung in Richtung Zürich, soviel ist klar.

Der Wunsch nach Einkehr und Rast ist nicht vergessen, allerdings muss es nicht mehr ausschliesslich ein Eis sein. Je weiter ich voran komme, desto bescheidener werden meine Ansprüche. Inzwischen darf es auch eine ganz normale Gastwirtschaft mit Kaffee und Kuchen sein. Im nächsten Ort, Bertoldsheim, wird man aus unersichtlichen Gründen auf den Schlossberg gescheucht, obwohl unten im Tal ein Weg entlang zu führen scheint. Nun, immerhin kann man sich von dort oben einen Panoramablick zu Gemüte führen, und es gibt endlich ein Wirtshaus. Zwar muss ich meine Bedürfnisse auf einen halben Liter Apfelschorle runterschrauben, aber mein Magen akzeptiert es, ohne mich böse anzuknurren. Er ist immer noch viel zu sehr mit den Weisswürsten beschäftigt...

Nachher darf ich wieder auf einem Kiesweg fahren. Es geht auf dem Damm neben der Donau dahin. Dammweg-Fahren ist nicht wirklich aufregend und so schweifen die Gedanken ganz automatisch ab und beschäftigen sich allmählich mit dem Etappenende. Irgendwie steht mir heute der Sinn nach etwas Luxuriösem. Nicht dass ich bisher schlecht untergebracht gewesen wäre - aber während ich so vor mich hinradle und auf diesem Weg hier immer mehr eingestaubt werde, wächst der Wunsch nach einer feudalen Unterkunft. Vor allen Dingen sehe ich ein helles Badezimmer mit einer grossen Badewanne vor mir…

Während ich so tagträumend dahinpedaliere, fällt mein Blick auf ein Seniorenpaar am Wegesrand, das wohl eine Panne hat. "Ihr" Rad ist auf den Kopf gestellt und Er hantiert daran herum. Als ich näherkomme, werde ich angesprochen, ob ich mich vielleicht mit Reifenpannen-Sprays auskenne. Hm…ich flicke ja meine Schläuche lieber, bevor ich mit solchem Zeugs hantiere. Die beiden haben leider ein Spray für das falsche Ventil gekauft. Und das Loch ist dummerweise im Hinterrad. Und da wissen sie jetzt überhaupt nicht weiter. Naja, dann versuche ich eben, meinem Namenspatron gerecht zu werden und für eine zeitlang mutiert der "eilige Martin" zum "heiligen Martin" und dieser flickt, ganz die Barmherzigkeit in Person, einen fremden Hinterreifen. Als mir das dankbare Paar dann einen 5-Euro-Schein zustecken will, bin ich irgendwie genervt. Ich finde, Pannenhilfe sollte unter Kameraderie laufen und eine Selbstverständlichkeit sein. Andererseits kommt dann meine durchaus vorhandene snobistische Ader durch, denn für die halbe Stunde Zwangspause und meine jetzt von Kettenfett triefenden Hände (mein Gott, was war die Kette eingeölt!) finde ich die angebotene Bezahlung andererseits auch wieder einen Hungerlohn… Ich schaffe es schliesslich, den beiden ihren Vergeltungswunsch auszureden, ihnen die Note wieder zurückzugeben, ohne dass sie sich allzu schlecht fühlen und mache ihnen stattdessen begreiflich, dass es keine schlechte Idee wäre, sich zumindestens mit relativ einfachen, aber häufig auftretenden Pannensituationen auseinander zu setzen, zu denen das Reparieren eines Schlauches und der Ein- und Ausbau eines Laufrades gehört.

Irgendwie hat mich diese kleine Episode jedoch aufgemuntert, ich ziehe daraufhin gut gelaunt weiter meines Weges. Endlich wird es wieder etwas interessanter, denn die Route führt durch die Städtchen, die am nördlichen Talrand erbaut sind. Dort ist es hügeliger, es ist Klettern angesagt, aber ich werde mit sehenswerten Ausblicken auf das Lechfeld und einigen rasanten Abfahrten belohnt. Als mir langsam die Puste ausgeht und der Tacho bald 90 Kilometer anzeigt, nähere ich mich Donauwörth. Plötzlich bin ich wieder im Stadtverkehr, halte Ausschau sowohl nach Hotels als auch nach der Weiterführung der Radroute. Diese wird wie eine Katze um den heissen Brei um die Altstadt herum geleitet. Irgendwie bin ich wohl gerade mit Blindheit geschlagen, denn ich finde weder eine Infotafel (die es sehr wohl gibt, wie ich am nächsten Tag feststelle, als ich nochmals hier durch muss) noch sonstige Hinweise.

Also frag ich mich mal durch. Eine Mutter samt Tochter, beide nicht mehr so ganz jung, sind erstmal überfragt. Da gäbe es das Parkhotel oben am Berg ("da kommen Sie mit diesem Rad aber sowieso nicht hinauf"), dieses wäre jedoch viel zu exklusiv und käme nicht in Frage. "Äh…vielleicht doch", wende ich ein, aber sie diskutieren schon weiter über ein nettes Hotel, 10 Kilometer ausserhalb der Stadt… Ich verabschiede mich höflich... Zwei Herren, in einem Vorgarten Bier trinkend, können im Augenblick auch nicht weiterhelfen, immerhin weiss ich jetzt, wie ich in die Innenstadt komme. Endlich ein Hotel. Dort ist leider alles belegt, aber die Dame an der Rezeption telefoniert für mich, reserviert mir ein Zimmer in besagtem Parkhotel "oben auf dem Berg" und weist mir den Weg dorthin. Das mit dem "oben auf dem Berg" ist nicht gar so schlimm und wird dadurch relativiert, dass mein Luftschloss von heute Nachmittag Wirklichkeit geworden ist. Es ist mir zwar hochnotpeinlich, mit meinen schmutzigen Pfoten das Anmeldeformular unter den Augen des Personals auszufüllen, aber auch das geht vorbei. Im übrigen hat man als Radwanderer sowieso immer den "Sportsman-Bonus", scheint mir jedenfalls, denn auch in den feudalen Hotels auf der diesjährigen Frankreichreise (und auch früher schon) hat niemand an unserem verstaubt-verschwitzten Auftreten Anteil genommen. Im Gegenteil, es gab immer viel Interesse und Amusement. Auch heute muss ich ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern und über das Liegerad Auskunft geben...warum...wieso...weshalb bin ich damit unterwegs...dabei ist die Antwort so einfach: weil es Freude bringt!

Mein Zimmer ist sogar recht bezahlbar, und in Anbetracht des günstigen 20-Euro-Zimmers von Sonntag bleibe ich im Durchschnitt. Abends sitze ich bis zum Sonnenuntergang auf der Terasse des Hotels und geniesse den Blick über die Stadt und das Umland. Auch wenn ich mich wiederhole: ich bin dankbar für diese Schönwetterphase, die nun schon eine Woche anhält. Ein richtiger Altweibersommer ist das!

Aber trotzdem: Sunset at seven thirty…der Sommer geht vorbei…

 
           
           
  Mittwoch, 8. 9. 2004 - Donauwörth bis Gögglingen, 104,5 km

Zuerst muss ich heute nochmals durch die Stadt hindurch und jetzt sehe ich, was ich gestern vermisste: Touristeninfos, Hotelwegweiser und dergleichen. Ich hatte wohl Tomaten auf den Augen…

"Let's go west!" heisst die Devise. Das Donauried erwartet mich, ein flaches Bauernland. Es ist ein bisschen dunstig heute. Alles ist ruhig. Ich versuche, einen ruhigen, gemächlichen Rhythmus für mich zu finden, mich treiben zu lassen und zu genussradeln, ertappe mich aber schon bald dabei, wie ich nur Strecke mache und den Blick nach innen richte: die Gegend hier gibt einfach nichts her. Es ist recht eintönig und das Auge gewöhnt sich schnell an die Felder und Baumgruppen dazwischen. Ein paar Augenblicke später werde ich unsanft aufgeweckt, denn jetzt führt der Weg neben der Bundesstrasse entlang. Teilweise innerorts auch ohne Radweg direkt auf dieser vielbefahrenen Strasse selber. Was will man machen?

Wenn man so an einer grösseren Landstrasse entlang fährt, fällt der Blick oft auf die vielen Kreuze und Gedenktafeln, mit denen der Unfallopfer gedacht wird, Menschen - meist noch sehr jung - die hier den Tod fanden. An vielen sieht man frische Blumen.
Ich bin sehr froh, dass ich nicht mehr mit dem Auto unterwegs sein muss. Dabei fühle ich mich in meiner Mobilität keinesfalls eingeschränkt. Mir erscheint meine Autolosigkeit inzwischen als Privileg und ich weiss es sehr wohl zu schätzen, dass ich auf ein öffentliches Verkehrsnetz zurückgreifen darf.

In Dillingen lädt ein Strassencafé zu einer ersten Pause ein. Der langgezogene Marktplatz ist mit gut renovierten Bürgerhäusern gesäumt und strahlt Wohlstand aus, die Strasse besteht aus Kopfsteinpflaster. Leider hat man sich hier nicht zu einer Fussgängerzone durchringen können, so dass die Autos über das Pflaster dröhnen. Schade. Nachdem ich mich wieder in den Verkehr eingefädelt habe, komme ich mit rauschendem Tempo an einem imposanten klerikalen Bauwerk vorbei, die fürstbischöfliche Residenz, wenn ich meinen Reiseführer richtig interpretiere. Minuten später dann der totale Kontrast: ich tauche in einen Auwald ein, der Strassenlärm verschwindet urplötzlich und bis auf einen Spaziergänger bin ich mutterseelenallein. Nur mehr die leisen Geräusche meines Rades begleiten mich, und das was man üblicherweise im Wald so zu hören pflegt, also Vogelgezwitscher und dergleichen.

Die nächste Stadt, Lauingen, rückt näher. Nochmals dasselbe Spiel: hektischer Stadtverkehr und daraufhin erneutes Eintauchen in einen Wald. Dann fühle ich mich fast wie im Münchner Englischen Garten, den vor mir tut sich eine Art Parklandschaft mit abgemähten Wiesen und Baumgruppen auf. Und es gibt viele kleine Strässlein hier, teilweise unbefestigt, teilweise asphaltiert. Vor lauter Asphaltverliebtheit - denn dort läuft's natürlich am besten - verpasse ich aber eine Abzweigung, denn nun macht der Weg eine Schleife, er führt mich fast zurück in die Richtung, aus der ich gekommen bin, bis er mich nach ein paar hundert Metern auf die Bundesstrasse ausspuckt.

Hm…es gibt glücklicherweise einen Radweg hier. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass ich nun zwar auf der unattraktiveren Strecke fahre, dafür aber die Steigungen umgehe, die mir auf der offiziellen Route geblüht hätten. Na gut, dann strample ich eben neben dem Verkehr Richtung Günzburg. Als ich an einem Fernfahrer-Schnellimbiss vorbei komme, genehmige ich mir einen Teller Bohneneintopf, frisch aus der Mikrowelle. Auf Currywurst, Schnitzel oder Pommes hab ich nämlich keinen Bock. Wie weit heute noch? 70 Kilometer sind gefahren, Ulm naht. Lieber vor oder hinter der Stadt ein Zimmer suchen? Hinter Ulm gäbe es dieses nette Hotel Garni in Gögglingen, in dem ich letztes Jahr auf der Würzburgreise schon untergekommen bin. Aber ich kann im Augenblick nicht abschätzen, ob ich das heute noch schaffe.

Irgendwo bei Günzburg treffe ich wieder auf den Donauradweg und werde erneut in ein Waldgebiet gelotst. Wieder bremst die Wegbeschaffenheit meine Fahrt. Zwei Radler überholen mich mit ihren Mountainbikes im Affenzahn. Die haben gut lachen mit ihren breiten Reifen. Als der Waldweg zur geteerten Strasse wird, stehen die beiden am Strassenrand und ziehen sich ein Trikot über. Als sie mich erneut überholen, weiss ich nicht, welcher Teufel mich gerade reitet, denn ich hänge mich an ihre Fersen und versuche, ob ich mit ihnen mithalten kann. Erstaunlicherweise bringt mir das nach den gut 80 gefahrenen Kilometern nochmals einen Energieschub und wir treiben uns gegenseitig an und auf Ulm zu. So geht's durch Unter- und Oberelchingen hindurch, wir lassen Thalfingen hinter uns und ich bin erst wieder zu bremsen, als in den Parkanlagen vor Ulm die Wege zu schmal werden und zu belebt sind, um weiter mit diesem Tempo voran zu preschen. Die zwei Radfahrer haben mir jedenfalls Kraft gegeben, um überhaupt bis nach Ulm zu kommen, sonst hätte ich mir heute wohl schon vorher eine Bleibe gesucht. Jedenfalls bin ich jetzt noch so aufgekratzt, dass ich zwar kurz zum Knipsen anhalte, aber dann doch noch die paar Kilometer bis nach Gögglingen in Angriff nehme, um im "Wunschhotel" unter zu kommen. Prompt gibt's dort gerade noch ein Zimmer für mich!

 
           
                 
  Donnerstag, 9. 9. 2004 - Gögglingen bis Mühle Dietfurth, 106,5 km

Heute geht's wie der Wind - kein Wunder, er bläst ja auch frisch von hinten. Die ersten 30 Kilometer bis Munderkingen sind flach und so kann ich einen Durchschnitt von 25 kmH fahren, ohne mich sonderlich anstrengen zu müssen. Yippie…das macht Spass, so schnell durch die Landschaft zu flitzen! Um meiner Freude Ausdruck zu verleihen, singe ich lauthals "schnell wie ein Mofa" nach der Melodie von "fly like an eagle" (Steve Miller Band…70er Jahre…).

Kein Wunder, dass ich bald in Munderkingen eintreffe. Kaffeepäuschen fällig. Wahl-Heimatgefühle kommen auf, als ein schweizer Radlerpaar am Nebentisch mit mir ein Gespräch beginnt. Die beiden sind in der Gegenrichtung unterwegs und wir tauschen die üblichen Infos aus: Streckenbeschaffenheit, Einkehrmöglichkeiten, etc.

Zwischen Munderkingen und Zwiefaltendorf wird meine Fahrt durch beständiges Auf und Ab und eine für mich unlogische Wegführung gebremst, dann ist es Zeit für einen Kleidungswechsel, kombiniert mit der Sonnencrême-Prozedur. In Zwiefaltendorf träume ich mich wieder mal an der richtigen Abzweigung vorbei und radle schnurstracks in ein anderes Tal hinein, bis es mir endlich dämmert und ich die Karte zu Rate ziehe. Aha…da lag der Hase im Pfeffer… Das Missgeschick wird behoben und schon bin ich wieder im flachen Donautal unterwegs, der Rückenwind schiebt und schiebt und es wird Zeit, mein kleines Liedchen nach einer anderen Melodie, nämlich zu "I shot the Sheriff" zu intonieren:

"Schnell wie ein Mofa - als wär es ziemlich auffrisiert…
schnell wie ein Mofa - dabei bin ich doch so untrainiert…yeeeahh…oooaaaah…"

Tja, so vertreibt man sich beim Velofahren die Zeit! Dabei ist die Gegend inzwischen wieder etwas interessanter geworden, ich fahre neben saftigen Wiesen und durch kleine Wäldchen, muss mal wieder den Fluss auf einer dieser nicht so sehr gemochten Eisenbahnbrücken überqueren. In Riedlingen einverleibe ich mir Allgäuer Käsespätzle. Für das Verdauen derselben benötigt mein Gehirn anscheinend die gesamte zur Verfügung stehende Kapazität, denn gleich nach dem Essen habe ich einen Blackout und komme total sonderbar aus Riedlingen heraus: zwar leiten mich die gelben Wegweiser, doch soll ich hier semi-illegalerweise über ein Segelfluggelände radeln, komme immer weiter nach rechts, also nach Norden, ins hügelige Umland, bis mir - ich habe keinen blassen Schimmer wo mich die Beschilderung hinführt - in einem Dorf names Heiligkreuztal der Kragen platzt und ich auf der Landstrasse schräg zurück ins Donautal presche. Immerhin hat mich dieser Umweg endlich zu einem Geldautomaten geführt, der meine schweizer EC-Karte mag. Das ist immerhin etwas, denn heute morgen in Munderkingen fühlte sich der dortige Geldspucker nicht zuständig und verweigerte die Bearbeitung meines diesbezüglichen Gesuchs.

Wieder solvent komme ich in Binzwangen an und gleite - windgetrieben, versteht sich - nach Mengen. Hier kündet ein Schildchen von der geänderten Wegführung für Radfahrer. Aha, jetzt muss man also mit dem Schwerverkehr die Hauptstrasse entlang, anstatt wie früher durch die Wohngebiete radeln zu können. Hat sich da wohl die ortsansässige Wirtschaft beschwert, dass der Radtourist nicht in die Innenstadt gelenkt wird? Dass man in Scheer, ein paar Kilometer weiter, mit der "Kirch um's Dorf" gelenkt wird, liegt hier an der geographischen Lage, denn das Örtchen ist auf einem Felssporn erbaut, den die Donau u-förmig umfliesst. Obendrauf thront ein Schlösschen.

Ich bin im Anflug auf Sigmaringen, der Kilometerzähler zeigt mir, dass ich auch heute nicht faul war und ich freue mich auf das Panorama mit dem Hohenzollernschloss, das jetzt gleich vor mir auftauchen wird. Leider verwehrt mir jedoch ein Maisfeld mit übermannshohem Bewuchs die Sicht auf das Bauwerk. So bleibt die Kamera eben in der Tasche und ich konzentriere mich von nun an auf die Zimmerfrage. In Sigmaringen tut sich spontan keine Übernachtungsmöglichkeit auf. Ein am Stadtrand gesichteter Wegweiser zum Hotel Fürstenhof erscheint kein zweites Mal wieder und ein halbherzig geführter Vorstoss in Richtung Innenstadt ist auch nicht von Erfolg gekrönt. Immerhin fahre ich direkt am Schloss vorbei und versuche ein Foto von schräg unten nach schräg oben. Dann der Campingplatz, den ich von zwei Übernachtungen kenne, und schwupps liegt die Stadt hinter mir. Eigentlich gäbe es nun einen malerischen Flussabschnitt zu durchradeln, aber ich bin zu müde, um dieses Naturschauspiel gebührend zu würdigen. So nehme ich die nächste Übernachtungsmöglichkeit wahr: ein Zimmer im Gasthof Mühle Dietfurth. Die schöne Gegend heb ich mir für morgen auf...

 
           
                 
  Freitag, 10. 9. 2004 - Mühle Dietfurth bis Tuttlingen, 50 km

Heute Nacht soll es in Deutschland das erste Mal Nachtfrost gegeben haben. Bei uns hier zwar nicht, aber so kalt wie heute morgen war es bisher noch nie. Der letzte Reisetag ist angebrochen, bis Tuttingen will ich noch fahren und von dort aus dann den Zug zurück nach Zürich nehmen.

So richtig Lust hab ich nicht, weder zum Weiterfahren noch zum Beenden der Reise. Eine Reise ist immer so ein angenehmer Schwebezustand, man ist fernab jeglicher Alltagssorgen, darf seinen Tag nach eigenen Vorlieben gestalten und es herrscht kein Imperativ über allem…

Im Prinzip ist diese Fahrt durch's obere Donautal ein krönender Abschluss, es ist eine landschaftlich sehr schöne Strecke. Heute heisst es: ich bremse auch für Eichhörnchen! Denn es ist eine stattliche Menge dieser possierlichen Tierchen am Wegesrand mit der Futtersuche beschäftigt. Es ist eine dunkle, fast schwarze Rasse und wenn sie mich bemerken, wissen sie nicht, in welche Richtung sie flüchten sollen und neigen dann dazu, mir direkt vor's Rad zu laufen. Unterwegs sehe ich noch einen Kleiber an einem Baumstamm klettern und vielleicht einen - diesmal lebendigen - Fischadler im Streit mit einer mutigen Krähe, bin mir aber nicht ganz sicher, ob's nicht vielleicht doch "nur" ein Bussard ist.

Zwei Pausen sind noch fällig, bevor ich durch ein langgestrecktes Gewerbegebiet in die Tuttlinger Innenstadt radle, die Stadt selber ganz durchmessen muss, bis ich endlich am anderen Ende den Bahnhof finde. Sonderbare Stadt, die den Bahnhof nicht im Zentrum hat…

Zweimal muss ich umsteigen, bis ich wohlbehalten mit Kind und Kegel, sprich: Streetmachine und Gepäck in Zürich ankomme. Im Laufe der Zugfahrt hat sich der Himmel bewölkt und der Wetterbericht kündigt ab morgen Wetterverschlechterung an…Glück muss man haben...

Ach übrigens: es war eine schöne Reise!

 
           
                 
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