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Mai 2001 - Von Lausanne nach Olten
Frühlingserwachen... |
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gibt's den Bericht als PDF-File (17 KB) Um 8.34 geht unser Zug vom Zürcher Bahnhof ab, ein IC mit angehängtem Gepäckwagen. Gemütlich laden wir die Velos ein und geniessen die Fahrt durch die schöne Landschaft. Besonders reizvoll sind die letzten Minuten bis Lausanne, denn dort führt die Bahnlinie etwas oberhalb des Genfer Sees durch die Weinberge und beschert uns eine bemerkenswerte Aussicht auf den See, der im gleissenden Sonnenlicht vor uns liegt. Die ersten Kilometer ab Lausanne teilen wir uns mit der Ausfallstrasse nach Genf, jedoch mit einem eigenen Velostreifen. Einmal fahren wir direkt durch die Liegewiesen am Seeufer, wo heute an Christi Himmelfahrt natürlich die Hölle los ist. Die Gegend hier ist schon noch eine Stufe eindrücklicher als der Zürichsee, der Genfer See ist eben grösser und die ihn einschliessenden Berge sind höher... Nach einiger Zeit treffen wir auf das Flüsschen Venoge, dem wir bald nach Norden folgen. Der Ausfallverkehr bleibt allmählich hinter uns, Vorortsiedlungen und Industrieanlagen auch und wir tauchen in einen Auwald ein - nach dem grellen Mittagslicht eine Wohltat. Auf holprigen Waldwegen geht's dahin. In der Annahme, dass wir entlang der Strecke eine Gartenbeiz nach der anderen finden würden, haben wir unsere Wasserflaschen am morgen nicht gefüllt, was sich jetzt rächt. Wir arbeiten uns durstig einige Anhöhen hinauf, geniessen die Aussicht über die Landschaft mit den blauen Jurahöhen im Hintergrund, sind enttäuscht weil wir in den Dörfern keine Wirtschaft finden, werden müde weil wir ein paar Kilometer lang eine langweilige Passage am Bahndamm entlang zu bewältigen haben, bis wie in La Sarraz endlich ein Café finden, dass mit Kaffee, Apfelschorle und Eis aufwarten kann. Das hebt natürlich die Stimmung gewaltig und lässt die Lebensgeister zurückkehren. Anschliessend fährt sich's wieder leicht dahin, ausserdem wird uns gerade eine kilometerlange Abfahrt ins Vallee d'Orbe geschenkt. Über dem Jura - links voraus - braut sich ein Gewitter zusammen, wir haben noch 15 km bis Yverdon zu fahren, wo wir heute übernachten wollen. Aber diese 15 km sind brettl-eben, der Wind schiebt von hinten und es rollt einfach prima! Der Neuchateler See lässt sich schon erahnen, links sieht man am anderen Talrand ein grandioses Schloss mit vier runden Türmen stehen, doch allmählich verschwindet die Sonne hinter den Gewitterwolken und der Wind frischt auf. Aber da sind schon die Vororte von Yverdon erreicht und nach einiger Suche (es sind viele Touristen unterwegs...) finden wir Unterschlupf in einem Motel. Abends spazieren wir noch durch dieses wunderbare Städtchen und essen in einem italienischen Strassenrestaurant, es tröpfelt dazu und die violetten Gewitterwolken ergeben einen wunderbaren Kontrast mit dem von der Sonne beschienen Natursteinhäusern. Wir stellen
fest, dass die "Welschen" sehr freundlich sind (sogar die Rennradfahrer
grüssen uns - die blicken sonst immer nur verächtlich auf uns langsame
Schnecken herab), dass die Gegend hier uns sehr an typisch französische
Landschaften erinnert und dass es uns einfach gut tut unterwegs zu sein. Am Morgen ist es noch recht kühl und Wolkenreste vom nächtlichen Gewitter hängen noch in der Luft. Wir versorgen uns nach dem Frühstück im Supermarkt erst mal mit Proviant, bevor wir uns auf den Weg machen. Die erste Stunde müssen wir an einer Bundesstrasse mit mässigem Autoverkehr entlang fahren, bevor wir Kontakt mit dem See bekommen, der an dieser Seite mit Schilf zugewachsen ist. In schöner Abwechslung geht es aber bald entweder durch Feriensiedlungen oder durch Naturschutzgebiete. Der erste Höhepunkt
des Tages ist eine messingfarbene Blindschleiche, die sich gerade noch
vor den Veloreifen in Sicherheit bringen kann. Wir kurbeln die Strasse
nach Estavayer-le-Lac hinauf, sind begeistert von dem kleinen Städtchen,
der schönen Aussicht über den See. Die erste Kaffeepause wird fällig.
Während dieser Zeit hat sich das Wetter geändert und von der anderen Seeseite
ziehen Gewitter- oder Regenwolken heran. Wir fahren jetzt auf einer Art
Plateau ca. 100 Meter über dem See dahin und wissen nicht so recht, ob
wir die Regenkleidung anziehen sollen oder nicht. Schliesslich fängt es
dann aber doch zu regnen an, wir finden jedoch rechtzeitig eine Gartenwirtschaft
mit überdachter Terasse, wo es eine weiter Pause (mit Kaffee, Apfelschorle
und Eis) gibt. Der Regen lässt bald nach und wir können trockenen Leibes
weiterfahren. Langsam kommen wir in die Ebene zwischen dem Murten-, dem
Bieler- und dem Neuchateler See und nähern uns dem heutigen Etappenziel,
einem Bauernhof im kleinen Örtchen Ins. Dort kann man auch "Schlaf im
Stroh" praktizieren. Als wir aber am nächsten Morgen die verschlafenen
Gesichter der anderen Gäste sehen, sind wir im Nachhinein froh um unser
Doppelzimmer... Zuerst fahren
wir querfeldein hinunter zum Bieler See. Die erste schöne Aussicht an
diesem Tag! Doch dann werden wir wieder kilometerlang von einer Bundesstrasse
begleitet, bis wir wieder direkt an den See dürfen - eine Wiederholung
des Vortages. Irgendwie gefällt uns der Bieler See nicht so gut. Das gegenüberliegende
Ufer mit den Weinbergen erscheint uns irgendwie kahl. Um die Mittagszeit
verlassen wir den See mit dem Aare-Kanal und folgen nun der Aare entlang
nach Norden. |
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